Patentamt-Studie: Über 5.600 Patente von österreichischen Forschungsinstitutionen seit dem Jahr 2000

Wien (OTS) – Österreichs Forschungsinstitutionen – Universitäten,
außeruniversitäre Forschungsreinrichtungen und Fachhochschulen –
haben seit dem Jahr 2000 insgesamt 5.644 Patente und Gebrauchsmuster
angemeldet. Hinter diesen Anmeldungen (denn mit einer Innovation
gehen in der Regel mehrere Anmeldungen an verschiedenen Patentämtern
einher) stehen über 1.800 neue Erfindungen. Damit spielen diese
Institutionen eine entscheidende Rolle bei der Verwertung von
Erfindungen zu neuen, marktfähigen Produkten. Das zeigt eine Studie
des Österreichischen Patentamts, bei der erstmals das Patentierungs-
und Verwertungsverhalten österreichischer Forschungsinstitutionen
systematisch untersucht wurde.

„Diese Studie zeigt eindrucksvoll: Österreichs
Forschungsinstitutionen haben sich in mehreren Technologiefeldern
einen Spitzenplatz erarbeitet“, betont Peter Hanke, Bundesminister
für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. „Mit dem
Österreichischen Patentamt wollen wir den Weg von der Erfindung zur
Marktreife noch konsequenter unterstützen, etwa durch den Ausbau von
Beratungsleistungen für Technologietransfer und Verwertung. Davon
profitieren alle, denn Innovation, die in eine erfolgreiche
kommerzielle Verwertung mündet, sichert letztlich unseren Wohlstand
und schafft die Arbeitsplätze von morgen.“

Zwtl.: Geistiges Eigentum gewinnt an Bedeutung

Die Ergebnisse basieren auf einer quantitativen Datenanalyse von
Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen seit dem Jahr 2000 und einer
qualitativen Umfrage unter österreichischen Forschungsinstitutionen.
Letztere zeigt, dass der Umgang mit geistigem Eigentum für sie
deutlich an Bedeutung gewonnen hat. So verfügen 84 Prozent der
befragten Institutionen über eine Strategie zum Schutz und zur
Verwertung geistigen Eigentums. Dennoch bestehen Herausforderungen:
Zielkonflikte zwischen wissenschaftlicher Publikation und
Patentschutz, begrenzte Ressourcen sowie Unsicherheiten bei der
wirtschaftlichen Bewertung von Erfindungen werden als zentrale
Hemmnisse genannt.

„Mit der Studie haben wir erstmals selbst erhobene, aktuelle
Daten zu Patentanmeldungen österreichischer Forschungseinrichtungen.
Sie liefert spannende Einblicke, zeigt aber auch, wo Handlungsbedarf
besteht“, sagt Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen
Patentamts. „Mit unseren Services wollen wir Forschungseinrichtungen
gezielt unterstützen, denn erfolgreicher Technologietransfer nützt
der gesamten Gesellschaft.“

Zwtl.: Österreichisches Patentamt erste Anlaufstelle

Trotz der erfreulich intensiven Internationalisierung erfolgen
knapp 40 Prozent aller Erstanmeldungen technischer Innovationen beim
Österreichischen Patentamt, das damit noch vor dem Europäischen
Patentamt (33 Prozent) die wichtigste Anlaufstelle für heimische
Forschungseinrichtungen darstellt. Das unterstreicht die strategische
Bedeutung des nationalen Patentamts als Ausgangspunkt für
internationale Schutzrechtsstrategien.

Die Umfrage zeigt, dass die Unterstützungsangebote des Patentamts
von den Forschungseinrichtungen geschätzt und genutzt werden.
Besonders die IP Academy, die Schulungen zu geistigem Eigentum
anbietet, schneidet mit überwiegend sehr guten Bewertungen ab. Die
Pre-Check Erfindungsmeldungsrecherche, die eine erste Einschätzung
zur Patentierbarkeit liefert, wird ebenfalls stark in Anspruch
genommen. Auch direkt an Studierende gerichtete Services wie das IP-
Buddy-Programm, das Studierenden kostenlose Patentrecherchen
ermöglicht, sind gut bekannt und genutzt.

Zwtl.: Stark in Life Sciences und Präzisionstechnologien

In der Aufteilung nach Technologiefeldern zeigt sich: Der
Großteil der von Hochschulen und Forschungseinrichtungen angemeldeten
Patente entfällt auf Biotechnologie, Messtechnik, Pharmazeutika und
Medizintechnologie. Diese vier Felder machen fast die Hälfte der
Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen seit dem Jahr 2000 aus.
Weitere bedeutsame Technologiefelder für Patentanmeldungen sind
Computertechnologie, Analyse biologischer Materialien sowie
elektrische Maschinen, Geräte und Energie.

Unter den österreichischen Forschungseinrichtungen sind
Universitäten die größten Innovationstreiber: Drei Viertel (74 %)
aller Patentanmeldungen im Untersuchungszeitraum entfielen auf sie –
wobei technisch-naturwissenschaftliche und medizinische Universitäten
hier besonders aktiv sind. Die Technische Universität Wien (1.132
Anmeldungen) führt die Liste mit deutlichem Abstand an, gefolgt von
der Technischen Universität Graz (544 Anmeldungen) und der
Medizinischen Universität Wien (433 Anmeldungen).

Von außeruniversitären Forschungseinrichtungen stammen 23,4 % der
Patentanmeldungen seit dem Jahr 2000. Hier sticht vor allem das AIT (
Austrian Institute of Technology) hervor, das mit 763 Anmeldungen die
Liste dominiert.

Zwtl.: Noch mehr Information und Kooperation

Das Patentamt leitet aus der Studie konkrete Maßnahmen ab: Die
Ausweitung von Awareness-Programmen, mehr Informationsangebote zur
Integration des Themas geistiges Eigentum in die universitäre Lehre
sowie der Ausbau von Beratungsleistungen für Technologietransfer und
Verwertung. Zudem wird die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen
durch Kooperationsvereinbarungen und gemeinsame Veranstaltungsformate
intensiviert.

Weiterführende Informationen:

Link zur vollständigen Studie

IP Buddy

IP Academy des Österreichischen Patentamts