Politische Handlungsempfehlungen für den demografischen Wandel veröffentlicht

Wien (OTS) – “Die Wirklichkeit des demografischen Wandels und seine
Auswirkungen
sind längst kein Geheimnis mehr”, so ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dr.
Gudrun Kugler, Sonderbeauftragte für demografischen Wandel und
Sicherheit der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, “Die große
Frage ist, wie man darauf reagieren soll.”

Dem soll ein soeben veröffentlichtes Strategiepapier Abhilfe
schaffen: “Answering Demographic Change – Policy Recommendations for
National and European Policymakers” wurde vom Martens Centre, dem
Campus Tivoli und Abgeordneter Gudrun Kugler auf Basis zahlreicher
Expertengespräche veröffentlicht. Es zeigt auf, dass der
demografische Rückgang, niedrige Geburtenraten, Bevölkerungsalterung
und eine schrumpfende Erwerbsbevölkerungen zu den entscheidendsten
Herausforderungen Europas zählen. Das Papier macht deutlich, dass der
demografische Wandel nahezu alle Politikfelder betrifft – von
wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und Sozialsystemen über
Regionalentwicklung bis hin zu Demokratie und Sicherheit.

Die Autoren schlagen eine Doppelstrategie aus Mitigation, also
Ursachenbekämpfung (Unterstützung von Familiengründung und höheren
Geburtenraten) und Adaptation, also Anpassung an die Veränderungen (
Reformen der Arbeitsmärkte, der Sozial- und Pensionssysteme, der
Migrationssteuerung sowie der Raum- und Regionalplanung) vor, die
durch koordinierte, langfristige Maßnahmen auf nationaler und
europäischer Ebene umgesetzt werden soll.

Die Handlungsempfehlungen für nationale und europäische
Entscheidungsträger sind in zwölf Kapitel gegliedert:

1. Demografischen Wandel als Megatrend in der europäischen Politik
verankern

2. Alle Institutionen und Politikfelder einbeziehen

3. Produktivität trotz demografischem Wandel sichern (Bildung &
Arbeitsmarkt)

4. Kulturellen Wandel hin zu Familie und Elternschaft fördern

5. Familienorientierte Politik und Anreize für Elternschaft stärken

6. Ländliche Räume stabilisieren und Infrastruktur strategisch
anpassen

7. Wachsende Vorstädte und Großstädte demografiefest planen

8. Lebensqualität und aktives Altern durch starke Gesundheits- und
Pflegesysteme sichern

9. Eine demografisch resiliente Erwerbsbevölkerung aufbauen

10. Migration gezielt steuern als Teil einer nachhaltigen
Demografiepolitik

11. Pensions- und Sozialsysteme für langfristige Tragfähigkeit
reformieren

12. Demografische Nachhaltigkeit als Grundlage von Demokratie,
Sicherheit, EU-Erweiterung und Wiederaufbau (Ukraine)

“Dieses Strategiepapier verbindet erstmals systematisch
Familienpolitik, Arbeitsmarkt, Migration, Regionalentwicklung und
Sicherheitspolitik. Es zeigt: Demografie ist gestaltbar – aber nur,
wenn wir sie als Querschnittsthema begreifen und langfristig – über
Legislaturperioden hinweg, mutig und koordiniert handeln”, so Kugler,
und weiter: “Demografie entscheidet über Macht, Wohlstand und
Sicherheit. Wenn Europa schrumpft und altert, ohne politisch
gegenzusteuern, schwächt es seine eigene Zukunft. Wir bieten
umsetzbare Strategien an. Denn der demografische Wandel ist keine
ferne Entwicklung, sondern ein Weckruf an die Gegenwart: Demografie
muss nicht Schicksal sein.”

Link zum Bericht: https://www.martenscentre.eu/publication/answering-
demographic-change-policy-recommendations-for-national-and-european-
policymakers/?amp=1

(Schluss)