Wien (OTS) – Schleuderpreise im Lebensmittelhandel machen Milch und
Milchprodukte
immer öfter zur Lockware. Damit wird ein Grundnahrungsmittel
entwertet, das in Österreich für höchste Standards, geprüfte Qualität
und regionale Wertschöpfung steht. Das gefährdet die Zukunft der
Milchproduktion in Österreich und setzt heimische Top-Qualität
zunehmend unter Druck. Aktuelle Beispiele zeigen, wie weit der
Preiskampf inzwischen geht: In einer aktuellen Aktion eines
österreichischen Diskonters wird haltbare Milch um 0,85 Euro pro
Liter angeboten. Auch Butter wird über 2+1 Aktionen in den Preiskampf
gezogen, etwa mit 0,99 Euro für 250 Gramm.
„Gerade bei Grundnahrungsmitteln wie Milch und Butter entwerten
Lockangebote zu Schleuderpreisen immer wieder die Top-Qualität, die
unsere Bäuerinnen und Bauern tagtäglich liefern. Wer Qualität aus
Österreich, kurze Wege und hohe Standards will, muss akzeptieren,
dass Lebensmittel einen Wert haben“, betont Bauernbund-Präsident
Abg.z.NR DI Georg Strasser .
Zwtl.: Milch und Butter im Kreuzfeuer der Preisdebatten
Der Bauernbund weist darauf hin, dass österreichische Herkunft,
Qualität und staatlich anerkannte Gütesiegel bei derartigen Preisen
häufig ausgeblendet werden. Das hat schwerwiegende Folgen: Der Griff
zum billigsten Produkt verdrängt österreichische Qualität zunehmend
aus den Regalen und wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette
und die Versorgungssicherheit aus. Für Konsumenten ist das AMA-
Gütesiegel eine klare Orientierung. Die Qualitätsanforderungen gehen
über gesetzliche Bestimmungen hinaus und werden durch Kontrollen und
Produktanalysen abgesichert.
„Milch und Butter sind im Handel längst ein Werkzeug im
Preiskampf. Besonders über Eigenmarken wird versucht, über Aktionen
Marktanteile zu gewinnen. Die Folge ist ein Dauer-Aktionsmodus, der
Preis und Herkunft in den Hintergrund drängt und am Ende den Druck
entlang der Kette an die Bäuerinnen und Bauern weitergibt“, so
Strasser .
Zwtl.: 1 plus 1 gratis entwertet Milchprodukte
Besonders kritisch sind Mehrfachaktionen wie „1 plus 1 gratis“
bei Milch und Milchprodukten. Solche Aktionen entwerten das Produkt
und setzen in der gesamten Kette ein falsches Signal: Milch und
Milchprodukte werden zur Lockware gemacht. „Eines muss klar sein:
Diese Aktionen bezahlt am Ende jemand. Selten ist es der Handel. Der
Preisdruck wird weitergereicht und darf nicht auf dem Rücken unserer
Bäuerinnen und Bauern ausgetragen werden“, sagt Strasser .
Zusätzlich verleiten solche Aktionen dazu, mehr zu kaufen, als
man braucht. Was nicht konsumiert wird, landet am Ende zu oft im
Müll. Pro Haushalt werden jährlich genießbare Lebensmittel im Wert
von bis zu rund 800 Euro weggeworfen.
„Heimische Lebensmittel gibt es nicht zum Nulltarif. Unsere
Bauernfamilien haben nur dann eine Zukunft, wenn Konsumenten zu
österreichischen Lebensmitteln greifen. Der Handel muss dafür sorgen,
dass ein fairer Anteil der Wertschöpfung beim Landwirt ankommt.
Schleuderpreise müssen der Vergangenheit angehören“, so Strasser
abschließend.
Zwtl.: Info-Box zur Kampagne „Schleuderpreise stoppen“:
Der Österreichische Bauernbund setzt sich mit der Kampagne
„Schleuderpreise stoppen“ für einen fairen Anteil an der
Wertschöpfung für bäuerliche Familienbetriebe ein. Unterstützen kann
man die Kampagne durch die Unterzeichnung der Petition unter
schleuderpreise-stoppen.at .