Rekordwinter in Wien: FSW-Winterpaket versorgte 2.900 obdachlose Menschen

Wien (OTS) – Mit 29. April 2026 endet das 16. Winterpaket des Fonds
Soziales Wien
(FSW). In einem von langanhaltender Kälte und Schnee geprägten Winter
konnte rund 2.900 obdach- oder wohnungslosen Menschen geholfen
werden. Die Anzahl der Nutzer:innen blieb im Vergleich zum Vorjahr
annähernd gleich. Das Winterpaket ist eine humanitäre Maßnahme in den
kältesten Monaten des Jahres für obdach- oder wohnungslose Menschen.
Es sorgt dafür, dass Menschen, unabhängig von ihrem Status, möglichst
niederschwellig einen Platz zum Schlafen erhalten. Der FSW fördert,
plant und koordiniert die Angebote im Winterpaket, umgesetzt werden
diese gemeinsam mit FSW Partnerorganisationen.

„Der vergangene Winter hat klar gezeigt, warum es das Winterpaket
braucht. Bei Kälte und Schnee ist rasche Hilfe entscheidend – und
hier hat die Wiener Obdach- und Wohnungslosenhilfe in den vergangenen
Monaten einmal mehr ihre Stärke gezeigt. Partnerschaftlich, flexibel
und verlässlich – mein Dank gilt allen Beteiligten“ , betont
Sozialstadtrat Peter Hacker.

Auslastung in Notquartieren des Winterpakets bei rund 95 %

Im Winterpaket 2025/26 standen in 13 Notquartieren insgesamt rund
1.000 Plätze für Einzelpersonen und Personengemeinschaften sowie rund
40 Plätze für Familien zur Verfügung. Die Gesamtauslastung lag lt.
Hochrechnung bei rund 95 %, demnach gab es auch an Tagen mit
Auslastungsspitzen ausreichend Kapazitäten in den
Winternotquartieren. Im Vergleich zur Vorsaison bedeutet das einen
geringfügigen Anstieg bei der Auslastung von rund 2 %. Dieser ist
auch zurückzuführen auf die herausfordernden Kälteperioden im
Dezember und Jänner. In dieser Zeit wurden temporär Kapazitäten von
über 100 Plätzen in den Notquartieren aufgestockt.

„Mit unseren Partnerorganisationen haben wir es erneut geschafft,
dass Menschen ohne Obdach oder Wohnung im Winter nicht auf sich
allein gestellt sind. Sie konnten in Notquartieren nächtigen, in
Wärmestuben ihre Grundbedürfnisse decken und Beratung für
weiterführende Angebote erhalten. In den drei Wärmestuben gab es über
58.000 Kontakte und es wurden über 66.000 warme Mahlzeiten von den
Mitarbeitenden ausgegeben. Auch die FSW-KälteApp wurde im Winter
stark genutzt, über 3.200 Meldungen sind bei den Teams der
Straßensozialarbeit eingegangen“ , erklärt Susanne Winkler, FSW-
Geschäftsführerin.

„Die Zahlen zeigen, wie wichtig die Angebote des Winterpakets für
die Nutzer:innen sind. Leider hat der vergangene Winter auch gezeigt,
dass nicht alle Betroffenen die Hilfsangebote annehmen. Dass in
diesem Winter trotz vorhandener Kapazitäten zwei obdachlose Männer
auf der Straße verstorben sind, macht uns zutiefst betroffen. Es
verdeutlicht aber auch, wie wichtig es ist, der Verfestigung von
Obdachlosigkeit entgegenzuwirken und welchen zentralen Beitrag dazu
die vertrauensbildende Arbeit von Straßensozialarbeiter:innen
leistet. Umso wichtiger war es auch, dass wir aufgrund der Kälte
mehrfach flexibel Kapazitäten aufstocken konnten. Das zeigt, dass
unsere Planungen funktionieren und bei Bedarf individuell angepasst
werden können“ , so Markus Hollendohner, Leiter der Strategie Obdach-
und Wohnungslosenhilfe im FSW.

Hilfe geht weiter: FSW finanziert über 300 Plätze für vulnerable
obdachlose Personen im Sommer

Auch nach dem Ende des Winterpakets bleibt niederschwellige
Unterstützung für obdachlose Menschen in Wien aufrecht: Für besonders
vulnerable obdach- oder wohnungslose Menschen stehen über den Sommer,
bis zum planmäßigen Start des nächsten Winterpakets im Herbst, erneut
rund 300 Plätze in vier Notquartieren zur Verfügung. Diese werden
ebenso wie jene im Winter im 24-Stunden-Betrieb geführt. „Mit diesen
Notquartieren, den 9 ganzjährig geöffneten Chancenhäusern und auch
mit den 10 ganzjährig geöffneten Tageszentren bieten wir wohnungs-
oder obdachlosen Menschen auch im Sommer besonders niederschwelligen
Zugang zu Versorgung und Schutz vor Hitze“ , unterstreicht Markus
Hollendohner.

Ganzjähriges Regelangebot für wohnungs- oder obdachlose Menschen

In Wien bekommen Menschen ohne Obdach oder Wohnung bestmögliche
Unterstützung und Betreuung. Die im FSW verankerte Obdach- und
Wohnungslosenhilfe bietet gemeinsam mit mehr als 30
Partnerorganisationen Beratung und Betreuung sowie passende
Aufenthalts-, Schlaf- und Wohnplätze an.

Insgesamt finanziert der FSW pro Jahr rund 4.650 Plätze und 2.400
Betreuungseinheiten. Davon befinden sich knapp 700 Plätze in
Chancenhäusern. Sie bieten obdachlosen Menschen ganzjährig einen
besonders niederschwelligen Zugang zu Unterbringung, Beratung und
Perspektivenabklärung ab dem ersten Tag der Nutzung und wirken
maßgeblich der Verfestigung von Obdachlosigkeit entgegen. 2024
nutzten 13.220 Personen die vielfältigen Angebote der Obdach- und
Wohnungslosenhilfe. Die Stadt Wien hat dafür rund 161 Millionen Euro
aufgewendet.