Wien (OTS) – Ö1 berichtete heute über das erfolgreiche Pflegeprojekt
Community
Nursing , das vielerorts an der Finanzierung zu scheitern droht. „Und
das, obwohl im Finanzausgleich die Mittel für die Fortführung der
über 120 Einzelprojekte vorgesehen sind. Einzig die Länder geben sie
nicht weiter“, kritisiert der Pflegesprecher der Grünen, Ralph
Schallmeiner.
Für Schallmeiner ist klar: „Wer bei den Community Nurses spart,
spart an der falschen Stelle – und befeuert den Pflegenotstand
weiter. Dieses niederschwellige Angebot unterstützt pflegebedürftige
Menschen und ihre Angehörigen auf vielen Ebenen. Wenn sie keine Hilfe
durch eine Community Nurse bekommen, wenden sie sich künftig wieder
häufiger an Arztpraxen oder Ambulanzen. Das ist am Ende weder klüger
noch günstiger.“
Der Erfolg des Projekts ist laut Schallmeiner belegbar: „Meine
parlamentarische Anfrage vom Februar 2025 zeigt deutlich, dass
Community Nursing wirkt. Kurzfristige Einsparungen in diesem Bereich
haben langfristig schwerwiegende Folgen – für die Betroffenen ebenso
wie für das gesamte System. Schon heute fehlen Pflegeplätze in Heimen
und Stationen müssen aufgrund von Personalmangel schließen. Wer
Community Nurses trotz ihres Erfolgs nicht ausbaut, sondern
wegrationalisiert, handelt kontrafaktisch und auf Kosten der
Menschen.“
Besonders kritisch sieht Schallmeiner auch aktuelle Entwicklungen
in Salzburg: „Wenn wir Pflegekräfte mit Gehaltseinsparungen
vergraulen und gleichzeitig Pflegeangebote reduzieren, wird es
düster. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Altern in Würde. Pflege
darf nicht länger auf dem Rücken der Angehörigen ausgetragen werden –
sie tauschen Erwerbsarbeit gegen unbezahlte Pflegearbeit. Das kann
doch keine Lösung für Budgetprobleme sein.“
„Es braucht endlich nachhaltige und professionelle Lösungen auf
allen Ebenen. Community Nursing ist ein zentraler Teil davon, weil es
individuelle Hilfe bietet, anstatt nur zu beraten“, sagt Schallmeiner
abschließend.