Wien (OTS) – Am Sonntag, dem 9. August 2026, geht im Rahmen der
ORF-„dokFilm“-
Sommerprogrammierung, die sonntags um 22.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF
ON Filmporträts interessanter Regionen und Menschen präsentiert, die
nächste neue Kulturdokureihe mit ihrer ersten Ausgabe an den Start.
Das gleichnamige TV-Format besucht „Sehnsuchtsorte von einst“ und
untersucht die Faszination dieser ikonischen Schauplätze des Jetsets,
die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt haben oder nach einer
Zeit des Stillstands wieder aufleben. Zum Auftakt geht es nach Bad
Gastein, die zweite, noch heuer gezeigte Produktion taucht in die
marokkanische Stadt Tanger (16. August) ein. Danach zeigt ein
weiterer, dazu passender „Alltagsgeschichte“-Klassiker von Elizabeth
T. Spira, wie es „Einstens – Auf Sommerfrische“ (23.05 Uhr) war.
Mehr zum Inhalt von „Sehnsuchtsorte von einst – Bad Gastein“ (
22.15 Uhr)
Die neue ORF-Filmreihe „Sehnsuchtsorte von einst“ von Judith
Doppler und Matthias Heer beleuchtet die Faszination ikonischer Orte
des Jetsets, die sich ihren Glanz über Jahrhunderte bewahrt haben.
Wie gelingt es ihnen, sich selbst treu zu bleiben – und dabei doch
auch immer am Puls der Zeit für die nächsten Generationen lebendig
und anziehend zu wirken? Der erste Teil führt nach Bad Gastein und
erzählt vom Mythos dieses traditionsreichen und außergewöhnlichen
Kurortes sowie von seiner Renaissance als Zufluchtsort der urbanen
Bohème.
Mitten im Nationalpark Hohe Tauern gelegen, zieht Bad Gastein
seit Generationen Aristokratie, Kunstschaffende und Prominente an. Wo
einst prächtige Belle-Époque-Hotels verfielen, lassen sich heute
zunehmend junge Kunstschaffende nieder und nutzen den Ort, der im
Laufe der Jahrzehnte viele Namen trug – etwa Monaco, Manhattan oder
Berlin der Alpen – für neue Formen des Arbeitens und Lebens. Der Film
nähert sich der Geschichte und gegenwärtigen Transformation Bad
Gasteins zwischen historischer Bausubstanz, Leerstand und neuen
Nutzungen.
Bereits Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Elisabeth suchten hier
Erholung, ebenso Sigmund Freud und Thomas Mann. Später reisten der
Schah von Persien, Billy Wilder, Liza Minnelli, Charles Aznavour oder
Ray Charles nach Bad Gastein und prägten den Ruf des Ortes als
mondänen Treffpunkt von internationalem Format.
Doch die Geschichte Bad Gasteins ist auch von Brüchen geprägt.
Krieg, Enteignung und wirtschaftliche Krisen hinterließen ihre
Spuren. Ende der 1980er-Jahre geriet der Ort durch Fehlspekulationen
in einen langanhaltenden Niedergang. Viele der prächtigen Belle-
Époque-Hotels standen leer, der einstige Kurort verlor an Bedeutung
und geriet in einen Zustand des Stillstands. In der jüngeren
Vergangenheit veränderte sich diese Situation erneut. Durch
Sanierungen entstanden und entstehen neue Nutzungen, die an die
vielschichtige Geschichte des Ortes anknüpfen.
Die Dokumentation „Sehnsuchtsorte von einst – Bad Gastein“
erzählt vom Wandel des Ortes über die Jahrhunderte hinweg und
zeichnet seine wechselvolle Geschichte nach, aber auch, wie er sich
immer wieder neu definiert und wie dessen heutige Bedeutung aus
dieser Überlagerung von Historie und Gegenwart entsteht.