Wien (OTS) – Mit einer Medienaktion am Platz der Menschenrechte macht
die
Sozialistische Jugend Österreich auf die Notwendigkeit der
Verankerung des Zustimmungsprinzips im Sexualstrafrecht aufmerksam.
„Nur Ja heißt Ja ist kein netter Spruch, sondern eine Frage der
Gerechtigkeit“ , betont Fiona Schindl, Frauensprecherin der
Sozialistischen Jugend Österreich.
Noch immer müssen Betroffene nach Übergriffen beweisen, dass sie
keine Schuld trifft: „Viele müssen nachweisen, dass sie laut genug
Nein gesagt oder sich ausreichend gewehrt haben. Auch die Kleidung
oder ein etwaiger Alkoholkonsum von Betroffenen im Tatzeitpunkt wird
immer noch vor Gericht thematisiert – wer kein “perfektes Opfer” ist,
dem/der wird weniger geglaubt. Diese Täter-Opfer-Umkehr ist ein
unhaltbarer Zustand, der endlich beendet werden muss“ , so Schindl.
Im Zuge der Aktion wurde eine Gerichtsszene nachgestellt. Dabei
wurden Schilder mit den Aufschriften ”Täter verurteilen“, “Nur Ja
heißt Ja“ und “Opfern glauben“ hochgehalten. Die Aktion soll
verdeutlichen, dass es nur durch eine Änderung im Sexualstrafrecht
echte Gerechtigkeit geben kann.
“Viele Betroffene können in Momenten von Angst, Schock oder
Überforderung gar nicht reagieren. Schweigen oder Erstarren sind
keine Zustimmung. Mit dem Prinzip ‚Nur Ja heißt Ja‘ wird die
Verantwortung endlich dorthin verschoben, wo sie hingehört: zu den
Tätern, statt zu den Betroffenen“ , erklärt Schindl die Notwendigkeit
einer Veränderung.
Abschließend fordert Schindl die Bundesregierung zum Handeln auf:
“Ein Nein ist keine Einladung. Schweigen ist keine Zustimmung. Wir
fordern die Verankerung von ‚Nur Ja heißt Ja‘ im Sexualstrafrecht.
Die Scham muss endlich die Seite wechseln.“
