Vösendorf/Wien (OTS) – Tierschutz Austria hat einen offenen Brief an
den EU-
Tierschutzkommissar, Olivér Várhelyi, übermittelt. Anlass ist die
aktuelle Situation rund um das Schiff Spiridon II , auf dem knapp
3.000 Rinder aus Uruguay seit Wochen auf See leiden. Der Fall
verdeutlicht strukturelle Herausforderungen globaler
Lebendtiertransporte über den Seeweg.
„ Die Spiridon-II-Krise ist kein bedauerlicher Einzelfall,
sondern ein strukturelles Warnsignal. Tiere dürfen auf See nicht
länger Hitze, Engpässen oder fehlenden Notfallmöglichkeiten
ausgeliefert sein. Wir fordern die EU-Kommission auf, moderne
Kühltransporte als verpflichtenden Standard für internationale
Tiertransporte zu verankern “, so Madeleine Petrovic, Präsidentin von
Tierschutz Austria.
Zwtl.: Offener Brief fordert EU-Initiative für moderne
Transportstandards
Im Schreiben an Kommissar Várhelyi macht Tierschutz Austria
deutlich, dass die Spiridon-II-Situation exemplarisch für ein
globales System steht, in dem Lebendtiertransporte über enorme
Distanzen mit erheblichen Risiken für Tierwohl und
Versorgungssicherheit verbunden sind. Europa ist durch seinen Handel
mitverantwortlich für die Bedingungen, unter denen internationale
Transporte stattfinden.
Zwtl.: Kühltransporte als notwendige Reformmaßnahme
Tierschutz Austria fordert daher die Einführung verpflichtender
Kühltransportschiffe für Lebendtiertransporte auf See. Ziel sei es,
sowohl das Tierwohl als auch die Krisenresilienz des internationalen
Handels zu verbessern.
Tierschutz Austria appelliert daher an EU-Tierschutzkommissar,
Olivér Várhelyi, die aktuelle Krise als Anlass zu nehmen, dringend
notwendige Reformen voranzubringen. Der Zeitpunkt könnte nicht besser
sein: Sowohl die Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung als
auch die laufende öffentliche Konsultation zur Überarbeitung der
Tierwohlstandards in der EU bieten eine konkrete Chance, moderne und
tierschonende Anforderungen, einschließlich verpflichtender
Kühltransporte für Seetransporte, verbindlich zu verankern.
„ Nur wenn Risiken minimiert und klare Vorgaben festgelegt
werden, lassen sich vergleichbare Vorfälle künftig verhindern. Über
1,4 Millionen Europäer:innen haben mit der Europäischen
Bürgerinitiative ‘End the Cage Age’ deutlich gezeigt, dass sie echte
Verbesserungen im Tierwohl erwarten. Nun liegt es am Ihnen, Herr
Kommissar, diesen Auftrag umzusetzen “, so Petrovic abschließend.
Zum offenen Brief:
Deutsche Version: https://www.tierschutz-austria.at/offener-Brief
-DE
Englische Version: https://www.tierschutz-austria.at/offener-
Brief-ENG