Wien (OTS) – Tasmanien – ein märchenhaftes Inselreich am anderen Ende
der Erde.
Das Land zwischen Australien und Antarktis ist so einzigartig wie
seine Tierwelt. Eierlegende Säugetiere wie das Schnabeltier und der
Ameisenigel, den ikonischen Tasmanischen Beutelteufel oder den
Handfisch gibt es oft nur noch hier. Mit „Tasmaniens wundersame
Tierwelt“ dringt „Universum“ tief in urzeitliche Regenwälder,
unwegsame Höhlenlabyrinthe und britisch gepflegte Vorgärten ein. Der
Film von Rosie Koch und Roland Gockel zeigt am Dienstag, dem 28.
April 2026, um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON ein wildes und
verletzliches Naturparadies. Die aufwendige Naturdokumentation ist
eine Produktion von Doclights / NDR Naturfilm und Nona Naturedocx in
Zusammenarbeit mit ARTE und ORF.
Obwohl die australische Insel kleiner ist als Österreich, blüht
hier die Artenvielfalt auf. Rund die Hälfte des Bundesstaates steht
unter Schutz. So ist Tasmanien auch ein Rückzugsort für vom
Aussterben bedrohte Tiere vom Festland. Den Tasmanischen Beutelteufel
gibt es ausschließlich hier – abgesehen von
Wiederansiedlungsprojekten nördlich von Sydney. Der Raubbeutler ist
ein regelrechter Vielfraß. Wenn nötig, kann er in nur 30 Minuten rund
40 Prozent seines Körpergewichts in sich hineinschlingen. Der Name
kommt von seinen Ohren, die sich rot färben, wenn er sich aufregt.
Beuteltiere prägen die Fauna Tasmaniens. Dazu zählen die
bekannten Kängurus oder die pelzigen Wombats. Sie werden bis zu 120
Zentimeter lang und 40 Kilo schwer. Damit zählen sie zu den größten
höhlengrabenden Säugetieren. Auch wenn sie eigene Wohnhöhlen bauen,
lebt ihr Nachwuchs bis zu einem Jahr im Beutel der Mutter. Wombats
sind eher gemütlich unterwegs, können bei Gefahr aber bis zu 40 km/h
schnell werden. Gegen den zunehmenden Verkehr hilft das leider
nichts. Immer mehr Straßen zerschneiden alte Tierwanderrouten.
Verletzte Wombats und andere Tiere landen oft bei Greg Irons vom
Bonorong Wildlife Sanctuary. Was als kleine Träumerei begonnen hat,
ist mittlerweile ein Wildpark mit Erste-Hilfe-Kursen für
Naturliebhaber:innen, mit Tierärztinnen und Tierärzten sowie eigenem
Operationssaal und einer 24-Stunden-Hotline, um verletzte Tiere zu
melden. Mit seinem riesigen Netzwerk aus Helferinnen und Helfern
rettet Greg jedes Jahr mehr als 19.000 Wildtiere.
Zu seinen Patienten gehören auch die einzigen eierlegenden
Säugetiere – das Schnabeltier und der Ameisenigel. Obwohl sie Eier
legen, haben sie ein Fell, säugen ihren Nachwuchs mit Milch und
besitzen anatomische Details wie zum Beispiel das Kiefergelenk und
drei Gehörknöchelchen, was sie zu Säugetieren macht. Während das
Schnabeltier seine Beute unter Wasser sucht, stochert der Ameisenigel
in der Erde nach Nahrung. Dabei hat jeweils der Schnabel eine
besondere Bedeutung. Tausende feinfühlige Elektrorezeptoren erkennen
jede Muskelregung ihrer Beutetiere. Das Schnabeltier registriert
sogar winzige Verwirbelungen im Wasser, die ihm bei der Suche nach
Köcherfliegenlarven am Grund von Bächen und Flüssen helfen.
Auch unter Wasser zeigt sich die Einzigartigkeit Tasmaniens. Vor
den Küsten lebt der Handfisch, eine kaum erforschte Unterart der
Anglerfische. Sein Revier ist der Meeresboden, auf dem er sich mit
den Flossen – ähnlich wie mit Händen – fortbewegt. Wie fragil das
Ökosystem ist, zeigt der eingeschleppte Nordpazifische Seestern. Er
frisst die Seescheiden am Meeresgrund. Diese wiederum sind der
bevorzugte Laichplatz des Handfisches. Ohne Seescheiden finden die
Fische keine Möglichkeit, ihren Nachwuchs abzulegen.
Tasmanien ist ein ebenso wildes wie empfindliches Naturjuwel. Die
Nacht umhüllt die vielfältige Flora und Fauna regelmäßig mit dem
strahlend bunten Schein der Südpolarlichter. Mit weißen Wallabys oder
blau leuchtenden Höhlen – Tieren und Orten einer scheinbaren
Fabelwelt entsprungen. Eine sprichwörtlich fantastische „Universum“-
Reise ans andere Ende der Welt.