„Universum“-Premiere für Doku „Java & Bali – Paradies im Bann der Elemente“ des Innsbrucker Naturfilmers Patrick Centurioni

Wien (OTS) – Zwei tropische Inseln im Herzen des indonesischen
Archipels werden
zur Kulisse eines ebenso atemberaubenden wie zerbrechlichen
Naturschauspiels. Java und Bali vereinen ungezähmte Naturkräfte mit
überwältigender Artenvielfalt – ein Spannungsfeld, das gleichermaßen
faszinierend und herausfordernd ist. Zwischen feuerspeienden
Vulkanen, dichten Regenwäldern und wilden Küstenlinien entfaltet sich
eine Welt, in der die tierischen Bewohner täglich um ihr Dasein
ringen. Die neue „Universum“-Produktion „Java & Bali – Paradies im
Bann der Elemente“ begibt sich am Dienstag, dem 19. Mai 2026, um
20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON auf eine ebenso bildgewaltige wie
vielschichtige Entdeckungsreise zu seltenen Spezies – getragen von
den vier Elementen, die auf den Inseln entlang des Pazifischen
Feuerrings mit besonderer Intensität wirken.

Regisseur und Kameramann Patrick Centurioni drang für diese
Produktion – eine Koproduktion von Centurioni Film, ORF, ARTE,
Sichuan Radio and Television in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise –
in entlegene Regionen vor und fing bislang kaum gesehene Bilder ein.
Während andere indonesische Inseln wie Borneo filmisch vielfach
dokumentiert wurden, blieben Java und Bali überraschend lange im
Schatten – ein Umstand, den diese Produktion eindrucksvoll
korrigiert.

Insbesondere Java gilt als einer der bedeutendsten Hotspots
endemischer Biodiversität weltweit. Gleichzeitig prägt eine
jahrtausendealte Hochkultur das Landschaftsbild: Monumentale Tempel
wie Borobudur und Prambanan erzählen von einer außergewöhnlichen
Vergangenheit. Ein Hauptdarsteller der filmischen Erzählung ist die
letzte große Raubkatze der Insel – der seltene Java-Leopard. Seine
Population ist stark dezimiert, sein Lebensraum schwindet. Umso
bedeutender sind die erstmals geglückten Aufnahmen dieses scheuen
Jägers. Über allem schwebt zudem der Mythos des Java-Tigers, der seit
den 1980er Jahren als verschwunden gilt – und dennoch immer wieder in
lokalen Berichten auftaucht. Doch die Magie dieser Inselwelt
erschöpft sich nicht in ihren Raubtieren. Im Inneren eines
erloschenen Vulkans hat sich über Jahrhunderte ein nahezu unberührtes
Ökosystem entwickelt – ein abgeschirmtes Refugium für seltene Arten.
Eindrucksvolle Szenen zeigen Nashornvögel, die entlang steiler
Kraterwände gleiten, während der seltene Javahaubenadler tief im
Bergregenwald seinen Nachwuchs aufzieht.

Auch die Küsten offenbaren faszinierende Wechselwirkungen
zwischen Land und Meer: Makaken nutzen Ebbe und Flut als
Nahrungsquelle, sammeln Muscheln und gehen sogar auf Fischfang – ein
erstaunliches Beispiel tierischer Anpassungsfähigkeit. Im Westen
Javas begegnet man schließlich einer der bekanntesten Ikonen des
Artenschutzes: dem Java-Nashorn. Mit nur rund 40 verbliebenen
Individuen zählt es zu den seltensten Säugetieren der Erde. Zugleich
machen lokale Initiativen Mut, indem sie zeigen, dass sich
Schutzmaßnahmen und nachhaltige Nutzung erfolgreich verbinden lassen.
Für Regisseur Patrick Centurioni ist dieses Projekt von besonderer
persönlicher Bedeutung:

„Dieser Film markiert einen Höhepunkt meiner Arbeit. Indonesien
begleitet mich seit vielen Jahren – nicht nur wissenschaftlich,
sondern vor allem durch enge Freundschaften mit Menschen vor Ort, die
dieses Vorhaben maßgeblich unterstützt haben.“

Diese Verbundenheit prägte auch die Dreharbeiten, wie Centurioni
erzählt: „Unvergesslich bleibt die Geschichte rund um die
Nashornvögel im Inneren eines inaktiven Vulkankraters. Nach
intensiven Gesprächen erhielten wir Zugang zu einem sonst rigoros
gesperrten Schutzgebiet – ein Ort mit beinahe prähistorischer
Atmosphäre.“ Ebenso eindrucksvoll waren außergewöhnliche
Tierbeobachtungen: „Die Jagd tropischer Wanderfalken auf Fledermäuse
gehört zu den seltensten Momenten, die man als Naturfilmer erleben
kann. Als wir dieses Verhalten entdeckten, haben wir unsere gesamte
Planung umgestellt und eine Woche vor Ort verbracht, um diese Sequenz
festzuhalten.“ Und auch die Gibbons haben bei Centurioni großen
Eindruck hinterlassen: „Sie sind meine absoluten Favoriten unter den
Primaten. Ihre Eleganz und Präzision in den Baumkronen sind
einzigartig. Den seltenen Java-Gibbon endlich filmen zu können, war
ein lang gehegter Wunsch.“

So entstand weit mehr als eine klassische Naturdokumentation: ein
intensives Porträt einer außergewöhnlichen Welt – und zugleich ein
eindringlicher Appell zu ihrem Schutz. Java und Bali präsentieren
sich als Orte voller Kontraste: ungezähmt, überwältigend und zugleich
von fragiler Schönheit.