Wien (OTS) – Vizekanzler und Kulturminister Babler: „Mit großer
Bestürzung und
tiefer Trauer habe ich vom Tod Arnulf Rainers erfahren. Arnulf Rainer
war eine herausragende und zutiefst prägende Persönlichkeit der
österreichischen und internationalen Kunst. Mit kompromissloser
Konsequenz, großer künstlerischer Radikalität und einem vielfach
ausgezeichneten Lebenswerk eröffnete er der Kunst neue, bis dahin
ungeahnte Räume. Sein expressives, sensibles und zugleich
eigenwilliges Schaffen stellte Konventionen infrage, provozierte und
berührte – und inspirierte damit Generationen von Künstlerinnen und
Künstlern. Ob seine Auseinandersetzung mit Art brut, seine Hinwendung
zu Spiritualität oder das Oszillieren zwischen Abstraktion und
Gegenständlichkeit: Arnulf Rainer ging stets kompromisslos an die
Grenzen des künstlerisch und existenziell Erfahrbaren. Seine
künstlerische Kraft und sein Einfluss sind untrennbar mit der
Kunstgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts verbunden und werden
weit über seinen Tod hinaus nachwirken. Mein aufrichtiges Beileid
spreche ich seiner Familie sowie allen Weggefährtinnen und
Weggefährten aus.“
Arnulf Rainer zählte zu den international bedeutendsten
Künstlerpersönlichkeiten Österreichs. Gemeinsam mit Ernst Fuchs,
Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hollegha und Josef Mikl gründete
er 1950 die legendäre „Hundsgruppe“. Ab 1956 war er Teil der
Malergruppe „Galerie St. Stephan“ unter der Leitung von Monsignore
Otto Mauer. Er nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen
teil, darunter an der documenta 6 (1977), und vertrat Österreich 1978
bei der Biennale di Venezia. Von 1981 bis 1995 wirkte er als
Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien. 2009 wurde in
Baden das Arnulf Rainer Museum eröffnet.
Für seine außergewöhnliche künstlerische Leistung wurde Arnulf
Rainer vielfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem den
Österreichischen Staatspreis für Grafik (1966), den Großen
Österreichischen Staatspreis (1978), das Österreichisches Ehrenkreuz
für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (2014), das Große Ehrenzeichen
für Verdienste um die Republik Österreich (2019) sowie das Große
Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich,
dessen Verleihung 2025 erfolgte. 2005 wurde ihm als erstem nicht-
spanischen Künstler der Aragón-Goya-Preis für sein Lebenswerk
verliehen. In internationalen Kunstrankings wurde Arnulf Rainer
wiederholt unter die Top 100 der bedeutendsten zeitgenössischen
Künstler gewählt.