Wien (OTS) – „Mit ihrem Alleingang zeigt Arbeitsministerin Korinna
Schumann einmal
mehr, dass sie wenig Vertrauen in die Verhandlungsfähigkeit ihrer
eigenen Verhandler hat. Anstatt die Gespräche mit den Sozialpartnern
zu einem tragfähigen Ergebnis zu führen, schickt sie einen Entwurf in
die politische Koordinierung und nimmt damit das Scheitern einer
gemeinsamen Lösung bewusst in Kauf“, sagt Wirtschaftsbund-
Generalsekretärin Tanja Graf.
„Verhandeln bedeutet, Kompromisse zu suchen und gemeinsame
Lösungen zu entwickeln. Wer primär die eigene, ideologiegetriebene
Position durchsetzen will, gefährdet genau jene Sozialpartnerschaft,
die Österreich über Jahrzehnte erfolgreich gemacht hat“, so Graf
weiter.
Österreich verfügt mit seinem flächendeckenden
Kollektivvertragssystem bereits heute über einen hohen Schutzstandard
und nimmt europaweit eine Vorreiterrolle ein. Die EU-Richtlinie
ermöglicht ausdrücklich, bestehende nationale Strukturen zu
berücksichtigen. Zudem haben viele Mitgliedstaaten die Richtlinie
bislang noch nicht umgesetzt. Umso weniger nachvollziehbar ist es,
warum Österreich einmal mehr den Musterschüler spielen soll, obwohl
unser System bereits funktioniert „Österreich hätte – wie etwa
Italien – seine bewährten Kollektivvertragsstrukturen gegenüber
Brüssel darlegen können, anstatt unnötigen Druck auf Unternehmen und
Sozialpartner aufzubauen“, betont Graf.
Der Wirtschaftsbund steht klar zum Ziel gleicher Bezahlung für
gleiche Arbeit. „Was wir ablehnen, sind zusätzliche bürokratische
Belastungen und Eingriffe in ein bewährtes System. Österreichs
Kollektivvertragsmodell hat sich bewährt und darf nicht leichtfertig
geschwächt werden. Die Sozialpartnerschaft lebt vom Miteinander und
nicht von politischen Alleingängen. Statt einseitig Fakten zu
schaffen, sollte Ministerin Schumann dafür sorgen, dass ihre Seite
wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Wer die Sozialpartner
ernst nimmt, sucht das Gespräch und keine Alleingänge. Mit uns wir es
diese Politik nicht geben“, so Graf.