Wien (OTS) – Wer zum Valentinstag heuer ein Goldkettchen oder einen
Ring schenken
möchte, muss ganz schön tief in die Tasche greifen. Denn nach
jüngsten Turbulenzen setzt sich der Aufwärtstrend beim Goldpreis
fort. In den vergangenen zwei Jahren hat er einen Rekordhöhenflug
hingelegt: Innerhalb von zwölf Monaten hat Gold knapp 65 Prozent
zugelegt, der Preis pro Unze ist auf ein Allzeithoch von fast 5.600
Dollar geklettert. Politische Instabilität, Inflationssorgen und
geopolitische Spannungen bereiten den Boden dafür, dass die Nachfrage
steigt. Für die „WeltWeit“-Reportage „Goldrausch. Wer zahlt den Preis
für den Boom?“ – zu sehen am Freitag, dem 13. Februar 2026, um 21.20
Uhr in ORF 2 und auf ORF ON – haben sich Isabella Purkart, Marion
Flatz-Mäser und Patrick A. Hafner auf den Philippinen, in der Schweiz
und in Indien angesehen, was der neue Goldrausch mit den Menschen in
den unterschiedlichen Regionen der Erde macht.
Auf den Philippinen begleitet Isabella Purkart den 42-jährigen
Familienvater Zaldy, der seit mehr als 15 Jahren unter extrem
gefährlichen Bedingungen Gold schürft: In einem Schlammloch taucht er
nach feinen Goldpartikeln und wird dabei nur über einen alten
Kompressor mit Luft versorgt. Jeder Tauchgang ist ein großes Risiko,
das er eingeht, um seine Familie zu ernähren. Der aktuell hohe
Goldpreis treibt auch Zaldy und seine Kollegen an, noch härter zu
arbeiten, denn meist verdienen sie trotzdem nicht mehr als ein paar
Euro am Tag.
Die Schweiz ist seit Jahrzehnten eine Drehscheibe im
internationalen Goldhandel. Auch „dreckiges“ Gold, sogenanntes Blut-
und Raubgold, wurde hier zu Barren verarbeitet. Vier der größten
Raffinerien der Welt befinden sich im Land und gehen – geschützt
hinter Kameras und Stacheldraht – diskret ihren Geschäften nach. Ein
kürzlich beschlossenes Zollgesetz verlangt nun, dass die Raffinerien
ihre Lieferketten bis zum Ursprung zurückverfolgen. Marion Flatz-
Mäser taucht ein in die Welt der großen Goldhändler. Eine Welt, in
der es Menschen gibt, die sich um viele Millionen Franken mit Gold
eindecken, um sich damit auch in unsicheren Zeiten Sicherheit zu
erkaufen.
„Sie werden entweder Söhne aus ärmeren Familien oder ältere
Männer heiraten müssen“, sagt der Vater von fünf Töchtern. In Indien
wird die Mitgift in Form von Gold und teurem Brautschmuck verlangt.
Beim aktuellen Preis können sich das immer weniger Brautväter
leisten. Patrick A. Hafner trifft eine Familie mit fünf Töchtern, von
denen drei in nächster Zeit verheiratet werden sollen. Das stellt sie
vor eine große Herausforderung. Indiens Goldhändler haben auf das
Rekordhoch beim Goldpreis reagiert und bieten Familien einen Ausweg:
weniger Karat und statt Vollgold wird vergoldeter Schmuck angeboten.
So lässt sich wenigstens der Schein von Glanz und Glamour wahren.
Doch das birgt eine große Gefahr, denn traditionell ist der
Brautschmuck zur finanziellen Absicherung der Frau gedacht, die nach
ihrer Hochzeit auf das Wohlwollen der Familie ihres Ehemannes
angewiesen ist.