Wien (OTS) – Mit einem starken Appell an Politik, Handel und
Gesellschaft wurde
heute die 73. Wintertagung des Ökosozialen Forums eröffnet. Von 20.
bis 29. Jänner diskutieren in ganz Österreich über hundert
Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette die
Zukunft der Land- und Forstwirtschaft. Im Mittelpunkt steht in diesem
Jahr die Frage, was unsere Lebensmittel tatsächlich wert sind.
Unter dem Titel „Schnäppchenjagd im Feinkostladen – der wahre
Preis billiger Landwirtschaft“ rückt die Wintertagung die zunehmenden
Spannungen rund um Lebensmittelpreise, Produktionskosten und
Versorgungssicherheit in den Fokus. Hintergrund sind massive
Veränderungen im agrarpolitischen Umfeld, von geopolitischen Krisen
über Umbrüche im Welthandel bis hin zu Inflation und wirtschaftlicher
Unsicherheit im Inland.
Zwtl.: Pernkopf: Preistransparenz entlang der gesamten
Lebensmittelkette
Zum Auftakt machte der Präsident des Ökosozialen Forums, Stephan
Pernkopf , deutlich, dass die Preisdebatte weder auf Kosten der
bäuerlichen Betriebe noch auf dem Rücken der Konsumentinnen und
Konsumenten geführt werden darf. „Viele Dinge werden im Supermarkt
immer teurer, während bei vielen Bäuerinnen und Bauern immer weniger
ankommt. Wenn wir über Lebensmittelpreise sprechen, dann muss daher
auch offengelegt werden, wo entlang der Wertschöpfungskette Gewinne
entstehen und wer die Last trägt. Wer macht sich ein G’schäft im
Geschäft? Von 100 Euro für Lebensmittel landen nur 4 bei den
Bäuerinnen und Bauern. Um das Leben wieder leichter zu machen,
braucht es Transparenz auf allen Ebenen, von der Produktion bis zum
Handel, und auch genaue Kontrollen des Handels durch die
Bundeswettbewerbsbehörde“, so Pernkopf. Zudem hielt der Präsident
fest: „Lebensmittelversorgung ist auch Sicherheitspolitik. Wer
Sicherheit will, muss Sicherheit bieten. Wenn die Bäuerinnen und
Bauern den Kontinent ernähren sollen, dann braucht es mehr Produktion
und nicht weniger. Eine nachhaltige Intensivierung, die auf Qualität
setzt und so nachhaltig, wie das nur wir können. Denn wenn wir
Lebensmittel importieren müssen, dann machen wir uns abhängig und
dann importieren wir gleichzeitig schlechtere Umwelt- &
Tierwohlstandards.“
Zwtl.: Kaniber: Ernährungssicherheit braucht Wettbewerbsfähigkeit und
umgekehrt
Die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft,
Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber , unterstrich bei der
Eröffnung die europäische Dimension der Debatte.
„Ernährungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit sind kein Widerspruch
– im Gegenteil. Europas Landwirtschaft kann und muss beides leisten:
Dies gelingt nur, wenn wir gemeinsame Standards, faire
Handelsbedingungen und eine starke bäuerliche Basis sichern. Nur so
bleibt Europa am Weltmarkt erfolgreich und unabhängig in der
Versorgung“, betonte Kaniber.
Bayerns Landwirtschaft stehe für hohe Qualität, Tierwohl und
Umweltstandards, die einen klaren Mehrwert für die Gesellschaft
bringen. Diese Leistungen hätten ihren Preis, auch wenn dieser oft
nicht im Supermarkt sichtbar werde. Gleichzeitig könne eine
nachhaltige Lebensmittelversorgung nur funktionieren, wenn bäuerliche
Betriebe unter marktwirtschaftlichen Bedingungen faire Erlöse
erzielen.
Zwtl.: Totschnig: Bäuerinnen und Bauern brauchen Planungssicherheit
und Stabilität
Bundesminister Norbert Totschnig hob in diesem Zusammenhang die
Bedeutung des Produktionsstandorts Österreich hervor: „Österreich ist
kein Billigproduzent, sondern Qualitätsproduzent mit vergleichsweise
kleinstrukturierten Betrieben. Hohe Standards dürfen unsere
Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächen, deswegen benötigen unsere
Bäuerinnen und Bauern leistbare Betriebsmittel, Bürokratieabbau,
wirksamen Pflanzenschutz und Unterstützung bei Investitionen in hohe
Tierwohlstandards. Meine zentralen Ziele sind weiterhin faire
Einkommen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe und die
Versorgungssicherheit der österreichischen Bevölkerung mit
hochwertigen Lebensmitteln“, so Totschnig.
Zwtl.: 73. Wintertagung
Die Wintertagung des Ökosozialen Forums ist Österreichs größte
Informations- und Diskussionsplattform der Agrarbranche. Mit der
Fachtagung beginnt traditionell das agrarpolitische Jahr. Die
Wintertagung wird seit 1954 vom Ökosozialen Forum ausgerichtet und
setzt wichtige Impulse für die künftigen Entwicklungen im
österreichischen Agrarsektor. Geboten werden geballtes Wissen auf dem
aktuellen Stand der Wissenschaft sowie Tipps für die
landwirtschaftliche Praxis. In ihrer 73. Auflage bietet die
Veranstaltungsreihe eine Plattform für sachliche, faktenbasierte
Diskussionen über die Zukunft der Versorgungssicherheit in Europa.
Detaillierte Informationen zur Wintertagung 2026 und zum
Kartenverkauf finden sich unter www.wintertagung.at
Zwtl.: Branchen-Fachtage der Wintertagung in den Bundesländern
Im Rahmen der Wintertagung 2026 wird die agrarpolitische Debatte
auf Branchenebene fortgesetzt. Die Fachtage finden in Oberösterreich,
Salzburg, Wien, der Steiermark und Niederösterreich statt und bieten
zudem praxisrelevante Informationen für Bäuerinnen und Bauern.
21.01.2026: Fachtag Schweinehaltung , HLBLA St. Florian, Fernbach
37, 4490 St. Florian, Oberösterreich
22.01.2026: Fachtag Fischereiwirtschaft , Heffterhof, Maria-
Cebotari-Straße 1–7, 5020 Salzburg
26.01.2026: Fachtag Gemüse-, Obst- und Gartenbau , HBLFA
Schönbrunn, Grünbergstraße 24, 1130 Wien
27.01.2026: Fachtag Waldwirtschaft , HBLA Bruck/Mur, Dr.-Theodor-
Körner-Straße 44, 8600 Bruck an der Mur, Steiermark
28.01.2026: Fachtag Ackerbau , HBLFA Francisco Josephinum,
Weinzierl 1, 3250 Wieselburg, Niederösterreich
29.01.2026: Fachtag Grünland- und Viehwirtschaft , HBLFA Raumberg
-Gumpenstein, Raumberg 38, 8952 Irdning-Donnersbachtal, Steiermark
Pressefotos stehen honorarfrei zur Verfügung © Ökosoziales
Forum/Pöhlmann
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