Wien (OTS) – Anlässlich der heute von der Statistik Austria
veröffentlichten
Nächtigungszahlen für das Jahr 2025 zeigt sich ein positives Bild für
den heimischen Tourismus. „Die aktuellen Daten zeigen, dass sich die
touristische Nachfrage zunehmend über das gesamte Jahr verteilt“,
analysiert Susanne Kraus-Winkler, Bundesspartenobfrau der Tourismus
und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Im
Jahr 2025 wurden insgesamt 157,27 Mio. Nächtigungen verzeichnet.
„Sowohl Sommer- als auch Wintersaison leisten einen Beitrag zur
Gesamtentwicklung, wodurch klassische saisonale Schwankungen etwas
abgefedert werden. Österreich wird damit stärker als
Ganzjahresdestination wahrgenommen und weniger ausschließlich als
klassisches Winter- oder Sommerurlaubsland. Diese Entwicklung
unterstützt Bestrebungen vieler Betriebe, Beschäftigungsverhältnisse
zu verlängern und saisonale Übergänge besser abzufedern.“
„Diese Entwicklung“, so Kraus-Winkler, „bringe neue Chancen,
verändert aber auch Anforderungen an die Betriebe.“ Neben dem alpinen
Bergurlaub gewinnen auch Städtereisen ganz stark an Bedeutung, sowohl
was den Kultur- als auch den Kongresstourismus betrifft. Diese
breitere Nachfragebasis sorgt für höhere Auslastung, bedeutet für
viele Betriebe jedoch längere Betriebszeiten und einen höheren Bedarf
an Mitarbeiter:innen über das gesamte Jahr hinweg. Diese Entwicklung
spiegelt sich auch in den Beschäftigungszahlen wider. Im Dezember
2025 waren 247.969 Personen im Tourismus beschäftigt, ein Plus von
1,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag
die Beschäftigtenzahl bei 228.634, das entspricht einem Zuwachs von
0,8 % gegenüber 2024. Trotz des Beschäftigungszuwachses berichten
viele Betriebe – vor allem in Hochsaisonen und touristischen Hotspots
– weiterhin von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen.
„Der Tourismus ist seit Jahrzehnten ein stabiler
Beschäftigungsmotor und zählt zu den Dienstleistungsbereichen mit
überdurchschnittlichem Mitarbeiter:innenbedarf“, so Kraus-Winkler.
„Wir gehen von einem jährlichen Beschäftigungswachstum von rund 2 %
aus. Rechnet man die anstehenden Pensionierungen hinzu, benötigt der
österreichische Tourismus jährlich etwa 12.500 zusätzliche
Arbeitskräfte und das in einer Zeit, in der andere Branchen zunehmend
von KI und Automatisierung geprägt sind.“
Um diesen strukturellen Bedarf langfristig abdecken zu können,
seien unterstützende Rahmenbedingungen und eine zeitgemäße und
moderne Fachkräftestrategie seitens der Politikund
Lehrverantwortlichen erforderlich. Als einen zentralen Hebel sieht
die oberste Tourismussprecherin dabei die weitere Attraktivierung und
Aufwertung der Lehre als besonders wichtig.
Abschließend betont Kraus-Winkler, dass positive
Nächtigungszahlen allein noch kein Maßstab für die wirtschaftliche
Situation der Betriebe seien: „Gute Zahlen sind ein Applaus für
unsere Tourismusbetriebe. Entscheidend ist jedoch, ob am Ende auch
ausreichend Ertrag für Investitionen im Betrieb bleibt und der
steigende Mitarbeiter:innenbedarf gedeckt werden kann.“ Nur
wirtschaftlich stabile Unternehmen seien in der Lage, kontinuierlich
zu investieren, Qualität zu sichern und international
wettbewerbsfähig zu bleiben. „Wie die jüngst veröffentlichten
Förderbilanzen der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank zeigen,
sind viele Betriebe bereit, sich laufend weiterzuentwickeln und in
Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu investieren. Reine
Preissteigerungen ohne Leistungsverbesserung stoßen rasch an ihre
Grenzen“, so Kraus-Winkler.
Investitionen in Qualität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit
seien daher unerlässlich, um den Tourismusstandort Österreich
langfristig zu stärken und vor allem den Fortbestand der vielen
familiengeführten Betriebe zu sichern. (PWK041/EL)