Wien (OTS) – „Wenn wir in der EU unsere Gesetze und Produktstandards
ernst nehmen,
müssen wir jetzt entschieden handeln. Wir fordern daher, dass die EU
unverzüglich prüft, ob SHEIN europaweit gesperrt werden kann“, sagt
Alma Zadic, Justiz- und Konsument:innenschutzsprecherin der Grünen.
Der neue Greenpeace-Report bestätigt einmal mehr, wie gefährlich
Produkte sind, die über Plattformen wie SHEIN in Europa in Verkehr
gebracht werden. Sie gefährden die Gesundheit, belasten die Umwelt,
untergraben fairen Wettbewerb und können sogar rechtliche Folgen für
Konsument:innen haben.
„Wir müssen zwei Themen klar unterscheiden: Erstens die
Schadstoffbelastung, insbesondere durch PFAS, die sogenannten
Ewigkeitschemikalien, die in vielen Produkten vorkommen und oft
völlig unnötig sind. Hier müssen wir für strenge Grenzwerte sorgen
und Verbote einführen, wo dies möglich ist, um die weitere
Verbreitung einzudämmen. Zweitens das ultra-schnelle Geschäftsmodell
der Plattformen wie SHEIN, das Ultra-Fast-Fashion ohne Rücksicht auf
Menschen, Gesundheit, Umwelt, die heimische Wirtschaft oder fairen
Wettbewerb in Umlauf bringt“, erklärt Zadic.
„Wir Grüne haben in der heutigen Nationalratssitzung erneut einen
Antrag eingebracht, der Druck auf die Bundesregierung ausüben soll,
eine Regelung zur Mitverantwortung von Plattformen, die den Verkauf
gesundheitsschädlicher Produkte an österreichische Konsument:innen
forcieren, einzuführen“, sagt Zadic. Die Grünen setzen sich auf
mehreren Ebenen ein: Im Nationalrat wurden parlamentarische
Initiativen zur Kontrolle von PFAS eingebracht, Maßnahmen gegen Ultra
-Fast-Fashion gefordert und die Haftungsübernahme durch Plattformen
eingemahnt. Denn aktuell gilt: Wer bei diesen Plattformen bestellt,
ist rechtlich Importeur und haftbar. „Viele Menschen wissen nicht,
welchem Risiko sie sich selbst und ihre Umgebung aussetzen, wenn sie
bei den Billig-Plattformen einkaufen. Im schlimmsten Fall kann dies
sogar Lehrer:innen treffen, die Unterrichtsmaterialien kaufen, oder
Eltern, deren Kinder unsicheres Spielzeug benutzen.
Gerade letzte Woche zeigte sich das Ausmaß des Problems: Eine
Schwerpunktaktion der französischen Behörden deckte auf, dass 80
Prozent der SHEIN-Produkte nicht den EU-Sicherheitsnormen
entsprechen. Auf eine Vorladung in die französische
Nationalversammlung reagierte SHEIN ohne Angabe von Gründen nicht.
„Wie wenig die Verantwortlichen von SHEIN unsere europäischen
Demokratien und Regelungen schätzen, zeigen sie mit diesem Verhalten
eindrucksvoll. Hier wird mit Methoden gearbeitet, die wir in Europa
nicht tolerieren können“, sagt Zadic.
„Der neue Greenpeace-Report zeigt eindrucksvoll, dass Ultra-Fast-
Fashion und Plattformen wie SHEIN eine reale Gefahr für unsere
Gesellschaft darstellen. Wir fordern deshalb ein Ultra-Fast-Fashion-
Gesetz nach französischem Vorbild und eine schnelle Prüfung einer
europaweiten Blockade von SHEIN. Es geht um Gesundheit, Sicherheit
und fairen Wettbewerb – und wir werden nicht zusehen, wie Plattformen
diese Verantwortung weiter ignorieren“, hält Zadic fest.