Zum Holocaust-Gedenktag: „dokFilm“-Premiere „Weltkarriere einer Lüge – Die Protokolle der Weisen von Zion“ am 25. Jänner

Wien (OTS) – Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkt zum Tag des
Gedenkens an die
Opfer des Holocaust am 27. Jänner (Details unter presse.ORF.at)
widmet sich die „dokFilm“-Premiere „Weltkarriere einer Lüge – Die
Protokolle der Weisen von Zion“ am Sonntag, dem 25. Jänner 2026, um
23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON dem zu Beginn des 20. Jahrhunderts
veröffentlichten gleichnamigen antisemitischen Pamphlet. Der Film von
Felix Moeller beleuchtet seine Wirkungsgeschichte sowie den Einfluss
auf Diktatoren und Autokraten von Hitler bis Putin, auf
rechtsextremistische und islamistische Netzwerke sowie auf
populärkulturelle Trends. Der Regisseur geht der Frage nach, wie sich
diese obskure Schrift bis heute über die ganze Welt verbreiten kann
und zeigt, wie sie, aus dem zaristischen Russland herrührend, zum
wesentlichen Bestandteil des modernen Antisemitismus wurde.

Mehr zum Inhalt:

Sie gelten als Ursprung moderner Verschwörungserzählungen: die
sogenannten Protokolle der Weisen von Zion. Adolf Hitler zitierte sie
in „Mein Kampf“, zeitgenössischen russischen Propagandisten dienen
sie ebenso als Steilvorlage für die Verschwörungserzählungen einer
jüdischen Weltherrschaft wie der Terrororganisation Hamas, in deren
Gründungsdokument sie vorkommen, oder rechtspopulistischen Parteien,
Rechtsextremisten sowie „White Supremacy“-Communitys, die sie nutzen,
um das Feindbild geheimer jüdischer Mächte und korrupter Eliten mit
ihren internationalen Konferenzen zu konstruieren. Es ist dies eine
krude Lügengeschichte in Form der erfundenen Selbstbezichtigung einer
freimaurerisch-jüdischen Geheimversammlung, in der deren Elite
detailliert erläutert, wie sie nach der Weltherrschaft greifen will.
Obwohl bereits vor mehr als 100 Jahren als Fälschung entlarvt,
befeuern die darin verbreiteten Narrative noch heute Hass, Hetze und
Gewalt. In den sozialen Medien erzielen sie enorme Reichweiten mit
ihrem Raunen über geheime Mächte, über Strippenzieher, die eiskalt
nach globaler Herrschaft gieren, über Marionetten und unwissende
Lämmer.

Antisemitische Zerrbilder rund um die Hauptmotive der Protokolle sind
auf sublime Weise Teil des kulturellen Mainstreams geworden. Auch
Russlands Propagandastrategie rund um den Ukraine-Krieg setzt den
Verschwörungsmythos ein: „Globalistische“ westliche Eliten stünden
hinter dem jüdischen Präsidenten Selenskyj. Die Zion-Protokolle
beeinflussten Adolf Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ und werden von
Expertinnen und Experten mitverantwortlich gemacht für das
mörderische ideologische Programm der Nazis. Manche Historiker:innen
gehen sogar so weit zu sagen: Ohne die Protokolle als „Vollmacht für
den Völkermord“ hätte es den Holocaust so nicht gegeben. Die darin
veröffentlichten Verschwörungsmythen treiben bis heute Attentäter an,
wie jene der Anschläge auf die Synagogen von Pittsburgh (2018) und
Halle (2019). Nach einem kurzen historischen Rückblick auf die
ungeklärten Umstände der Entstehung richtet sich der Fokus auf die
ungebrochene Anziehungskraft der Protokolle bis heute. Als
vermeintlich „jüdischer Masterplan“ scheinen sie wie geschaffen für
ein Zeitalter, in dem Verschwörungsnarrative Teil der Alltags- und
Popkultur sind.