Fashion

Im ersten Halbjahr 2026: AK Niederösterreich erreicht fast 71 Mio. Euro für Arbeitnehmer:innen

St. Pölten (OTS) – Fast 60.000 Arbeitnehmer:innen suchten von 1.
Jänner bis 30. Juni
nach Problemen am Arbeitsplatz die Hilfe der AK Niederösterreich. Das
zeigt eine Auswertung der Abteilung Arbeits- und Sozialrecht der AK
Niederösterreich für das erste Halbjahr. „Insgesamt haben wir fast 71
Millionen Euro an Nachzahlungen für die niederösterreichischen
Arbeitnehmer:innen erreicht“, zieht AK Niederösterreich-Präsident und
ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser Bilanz.

Fast 60.000 Beratungen – die ersten sechs Monate des heurigen
Jahres hielten die Arbeits- und Sozialrechtsexpert:innen der AK
Niederösterreich auf Trab. In den allermeisten Fällen ließen sich die
Probleme mit der Beratung lösen. Für 4.000 Betroffene musste die
Arbeiterkammer ihre Ansprüche beim Arbeitgeber einfordern oder vor
Gericht ziehen, sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-
Vorsitzender Markus Wieser. „Für sie erreichte wir Nachzahlungen in
der Höhe von insgesamt 70,7 Millionen Euro. Der Großteil waren
ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder
Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen, die den Betroffenen zu
Unrecht vorenthalten worden waren. Ohne unsere Beratung und
Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu ihrem Geld
gekommen“, fasst Wieser zusammen.

Zwtl.: „Brauchen Lösung für Insolvenzentgeltfonds“

Rasche Lösungen braucht es aus Wiesers Sicht für den Insolvenz-
Entgeltfonds (IEF). Aufgrund der erhöhten Insolvenzen in den
vergangenen Jahren sind die Mittel des Fonds praktisch aufgebraucht.
Der IEF ist ein wichtiges Schutzinstrument für die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer. Dadurch werden die Ansprüche an Löhnen und Gehälter
der Beschäftigten bei Insolvenz des Unternehmens ausbezahlt. Dass der
IEF beinahe leer ist, ist auch eine Folge der Senkungen der
vergangenen Jahre. Der Dienstgeberbeitrag wurde schrittweise von 0,55
Prozent auf 0,1 Prozent reduziert. Abzulehnen sind in der aktuellen
Situation auch Vorschläge von einigen Unternehmervertretern, die
Haftung des IEF von bisher sechs auf drei Monatsentgelte zu
beschränken. „Das würde tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
finanziell treffen, denen dann finanzielle Ansprüche vorenthalten
werden“, so Wieser. Daher braucht es nun nachhaltige Maßnahmen, um
Stabilität und Sicherheit für die Betroffenen wiederherzustellen.

Zwtl.: Wenn KI verunsichert

Im vergangenen Halbjahr machte sich bei den Beratungen der AK
Niederösterreich ein neues Phänomen zunehmend bemerkbar. „Viele
Mitglieder haben versucht, sich im Internet über arbeitsrechtliche
Probleme zu informieren, bevor sie bei uns eine konkrete Anfrage
stellen. Und immer häufiger verwenden sie Künstliche Intelligenz wie
Chat GPT oder Gemini“, schildert AK Niederösterreich-Präsident
Wieser. Ein sehr häufiger Fehler von KI-Werkzeugen sei, dass sie
deutsches und österreichisches Arbeitsrecht verwechseln. „In
Deutschland ist etwa die Rechtslage bei Kündigungen eine ganz andere
als bei uns, ebenso unterscheiden sich Fristen, innerhalb derer man
offene Ansprüche geltend machen muss. Auch fallen oft wichtige
Details weg“, sagt Wieser. „Im Arbeitsrecht gehe es immer um den
Einzelfall. Eine KI kann das niemals so gut einschätzen wie eine
Arbeitsrechtsexpertin oder ein Arbeitsrechtsexperte. Wer der KI blind
vertraut, geht ein hohes Risiko ein und kann wichtige Ansprüche
verlieren. Gerade wenn es um die Beendigung eines
Arbeitsverhältnisses geht, muss man besonders aufpassen. Eine falsche
Information kann jede Menge juristischer Probleme nach sich ziehen“,
sagt AK Niederösterreich-Präsident Wieser und rät: „Die Expertise der
AK Niederösterreich ist verlässlich. Bei Problemen sollte man besser
einen Beratungstermin bei uns vereinbaren.“

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at