Linz (OTS) – Die Stadt Linz will ihre 50-Prozent-Beteiligung am
Flughafen an das
Land Oberösterreich abgeben. Damit würde das Land zunächst zum
Alleineigentümer, in weiterer Folge sollen private Investoren
einsteigen. Die Grünen fordern vor einer Vertragsunterzeichnung volle
Transparenz über Kosten, Risiken und die künftige Strategie des
Flughafens.
„Jetzt darf sich nicht wiederholen, was wir beim Flughafen seit
Jahren erleben: Zuerst werden Entscheidungen getroffen und Millionen
verpulvert, und irgendwann später sucht man nach einer Strategie
dazu. Dass Landeshauptmann Stelzer jetzt selbst ankündigt, das neue
Management müsse erst eine klare Strategie und Positionierung
entwickeln, bestätigt genau dieses Problem. Bevor hier ein Vertrag
unterschrieben wird, müssen die zentralen Fragen geklärt sein: Welche
Gesamtkosten und Risiken übernimmt das Land über den vorläufigen
Kaufpreis hinaus? Was kosten Pistensanierung und Altlasten? Was ist
die langfristige Strategie und welche Rolle sollen private Investoren
spielen? Erst wenn alle Fakten am Tisch liegen, kann seriös
entschieden werden“, fordert der Grüne Klubobmann Severin Mayr.
Der Landesrechnungshof hat bereits Ende 2025 ausdrücklich eine
langfristige Ausrichtung des Flughafens verlangt, die auch dem
Landtag vorgelegt werden soll. Bis 2035 wird ein zusätzlicher
Finanzbedarf von 27,6 bis 45 Millionen Euro prognostiziert. Für 2026
wird mit einem Defizit von rund neun Millionen Euro gerechnet. Hinzu
kommen offene Risiken: Ein Gutachten im Auftrag der Stadt weist laut
Medienberichten einen negativen Unternehmenswert und lediglich zwei
bis vier Millionen Euro Liquidationswert aus. Pistensanierung und
mögliche Schadenersatzforderungen aufgrund verunreinigter Brunnen
sind darin noch nicht berücksichtigt.
Für Mayr ist daher klar: „Wir haben schon bei der mit bis zu 36
Millionen Euro subventionierten Frankfurt-Verbindung kritisiert, dass
öffentliches Geld gebunden wurde, bevor eine nachvollziehbare
Gesamtstrategie vorlag. Genau denselben Fehler darf man jetzt nicht
noch einmal machen – diesmal mit dem gesamten Flughafen. Kein
Blankoscheck und kein Deal hinter verschlossenen Türen. Gutachten
offenlegen, Kosten und Haftungsrisiken beziffern, Zukunftsstrategie
vorlegen und dem Landtag eine vollständige Entscheidungsgrundlage
liefern. Dann kann entschieden werden, vorher nicht.“