Wien (OTS) – Wenn Kinder krank werden, sind Eltern und
Erziehungsberechtigte oft
unsicher: Ist das noch ein harmloser Infekt oder braucht es ärztliche
Hilfe? Gerade im Kindergarten- und Schulalter sind Infekte häufig und
meist unkompliziert. Entscheidend ist weniger das einzelne Symptom
als der Allgemeinzustand des Kindes.
„Nicht jede Erkrankung lässt sich verhindern, viele
Infektionskrankheiten können wir aber sehr wohl vermeiden. Impfungen
sind dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Für Eltern ist es außerdem
hilfreich, typische Krankheitszeichen zu kennen und zu wissen, was
ihrem Kind guttut, wie sie den Genesungsprozess unterstützen können,
welche Krankheiten durch Impfungen verhindert werden können, wann
ärztlicher Rat notwendig ist und bei welchen Warnzeichen rasch
gehandelt werden muss“, sagt Dr. in Gabriele Berger, Kinderärztin in
der Kinder-Ambulanz im Gesundheitszentrum Floridsdorf.
Husten und Schnupfen: Meist harmlos
Husten ist ein natürlicher Schutzreflex des Körpers und hilft
dabei, Schleim und Sekret aus den Atemwegen zu entfernen. Bei
Erkältungen und anderen Atemwegsinfekten kann er auch nach dem
eigentlichen Infekt noch einige Zeit bestehen bleiben. Die meisten
dieser Infekte werden durch Viren verursacht, hierbei wirken keine
Antibiotika. Meist helfen einfache Maßnahmen wie ausreichend
Flüssigkeit, Ruhe und eine freie Nase. Bei Kindern ab einem Jahr kann
auch etwas Honig den Hustenreiz lindern.
Mehr zu bewährten Möglichkeiten zur Linderung leichter
Beschwerden finden Sie in der ÖGK- Hausmittel für Kinder Broschüre.
Anhaltender oder stärker werdender Husten, Husten mit Fieber oder
Anzeichen von Atemnot wie schnelle oder angestrengte Atmung,
Kurzatmigkeit, pfeifenden Atemgeräuschen oder Hauteinziehungen
sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Wenn Kinder Ausschlag bekommen
Rote Flecken, Pünktchen, Bläschen oder juckende Haut können
unterschiedliche Ursachen haben, etwa Infektionen, Allergien oder
Hautreizungen. Allein anhand des Ausschlags lässt sich die Ursache
für Eltern jedoch häufig nicht sicher feststellen.
Tritt ein Ausschlag gemeinsam mit einem schlechten
Allgemeinzustand auf, breitet er sich rasch aus oder kommen
Atemprobleme oder Schwellungen hinzu, sollte rasch ärztlicher Rat
eingeholt werden. Ein Foto des Ausschlags kann bei der ärztlichen
Beurteilung hilfreich sein, insbesondere wenn sich das Hautbild im
Verlauf verändert.
Gut geschützt durch Impfungen
Auch einige typische Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln oder
Windpocken gehen mit charakteristischen Hautveränderungen einher. Je
nach Erkrankung werden sie von Viren oder Bakterien verursacht und
können unterschiedliche Beschwerden wie Fieber, Husten,
Halsschmerzen, Abgeschlagenheit oder Hautausschläge hervorrufen.
Während manche Verläufe unkompliziert sind, können andere zu schweren
Komplikationen führen.
Viele dieser teils sehr gefährlichen Infektionskrankheiten können
durch Schutzimpfungen einfach und sicher verhindert werden. Im Rahmen
des kostenfreien Impfprogramms werden zahlreiche Impfungen für Kinder
und Jugendliche angeboten.
Das kostenfreie Kinderimpfprogramm umfasst viele Impfungen,
darunter fallen:
– Pneumokokken (Bakterielle Lungen-, Hirnhaut- oder
Mittelohrentzündung)
– Masern (MMR-Kombinationsimpfstoff)
– Mumps (MMR-Kombinationsimpfstoff)
– Röteln (MMR-Kombinationsimpfstoff)
– Meningokokken der Serogruppen A, C, W, Y (Bakterielle
Hirnhautentzündung; kostenfrei in der 6. Klasse / 10.–13. Lebensjahr)
– HPV (Humane Papillomaviren) (Schutz vor Krebsvorstufen; kostenfrei
vom 9. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr)
– Influenza (Echte Grippe; im Rahmen des öffentlichen Impfprogramms
saisonal kostenfrei)
Weitere Informationen zum kostenlosen Kinderimpfprogramm finden
Sie hier.
Im Krankheitsfall richtig handeln
Bei leichten Beschwerden können Eltern oder Erziehungsberechtige
ihr Kind meist gut zu Hause unterstützen. Wichtig ist es,
Krankheitszeichen wahrzunehmen und den Allgemeinzustand des Kindes im
Blick zu behalten. Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und Zuwendung können
oftmals viel bewirken.
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen eine umgehende
medizinische Abklärung erforderlich ist, insbesondere wenn:
– sich der Allgemeinzustand des Kindes deutlich verschlechtert oder
das Kind schwer krank wirkt und starke Schmerzen auftreten
– der Säugling ungewöhnlich schrill oder anhaltend schreit und sich
nicht beruhigen lässt
– Husten gemeinsam mit Fieber oder einem schlechten Allgemeinzustand
auftritt
– hohes oder länger anhaltendes Fieber besteht (z.B. länger als 3
Tage) oder das Kind einen Fieberkrampf hat
– ein Hautausschlag oder Hautveränderungen gemeinsam mit Fieber oder
einem schlechten Allgemeinzustand auftritt
Wenn es dem Kind schlecht geht und die Beschwerden stark sind,
sollte das Kind ärztlich betreut werden. Bei Fragen oder Unsicherheit
hilft die Gesundheitsberatung 1450 . Bei einem medizinischen Notfall
gilt: 144 wählen.
Mehr zum Thema typische Kinderkrankheiten und den weiteren
Schwerpunkten der Kindergesundheitskampagne finden Sie unter
www.oegk.at/kids .