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AK-Präsident Goach zum Kärntner Arbeitsmarkt: „Die Lehre bleibt Schlüssel gegen den Fachkräftemangel“

Kärnten (OTS) – Die AMS-Zahlen für August zeigen: In Kärnten sind
15.652 Menschen
arbeitslos gemeldet, 2.473 Personen befinden sich in Schulungen. Die
Zahl der offenen Lehrstellen liegt bei 524, während 604 Jugendliche
einen Ausbildungsplatz suchen.

Die Lehre ist und bleibt einer der wichtigsten Hebel, um dem
Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken. Für die Arbeiterkammer
Kärnten ist klar, dass Ausbildung und Qualifizierung die Basis für
die Fachkräfte von morgen bilden und damit die Lehre ein wesentlicher
Standortfaktor für die heimische Wirtschaft ist. Nur wenn ausreichend
qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, können Unternehmen
investieren, wachsen und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Zwtl.:

Zwtl.: 10,2 Prozent mehr Lehrstellensuchende

Doch die aktuelle AMS-Statistik zeigt: Im Vergleich zum
Vorjahresmonat waren im August 2026 um 10,2 Prozent mehr Lehrlinge
auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, während die offenen
Lehrstellen um 3,1 Prozent sind. Goach verweist auf mehrere Gründe,
warum Jugendliche und Betriebe nicht so einfach zusammenfinden: „Ein
Jugendlicher aus Wolfsberg kann nicht einfach eine Lehre in Spittal
beginnen. Fehlende Öffi-Verbindungen, lange Wege und hohe Kosten
machen viele Ausbildungsplätze faktisch unerreichbar.“ Hohe Mieten
erschweren den Berufseinstieg zusätzlich, und psychische Belastungen
wie Zukunftssorgen oder Überforderung beeinflussen die Entscheidung
für eine Lehre und die Stabilität während der Ausbildung.

Zwtl.: Gegen die Abwanderung

AK-Wirtschaftsexperte Jürgen Kopeinig verweist dabei auf die
besondere wirtschaftspolitische Bedeutung von Investitionen in die
berufliche Erstausbildung: „Jeder Euro, der in die Lehre investiert
wird, stärkt langfristig den Wirtschaftsstandort Kärnten. Wer heute
qualifiziert ausbildet, reduziert morgen den Fachkräftemangel, erhöht
die Beschäftigungschancen junger Menschen und fördert die regionale
Wertschöpfung in allen Teilen Kärntens.“ Darüber hinaus sieht die
Arbeiterkammer Kärnten einen engen Zusammenhang zwischen
erfolgreicher Lehrlingsausbildung und der wirtschaftlichen
Entwicklung des Landes.

Eine höhere Fachkräfteverfügbarkeit stärkt die Produktivität der
Unternehmen und trägt dazu bei, dass Betriebe Innovationen umsetzen
und neue Geschäftsfelder erschließen können. Gleichzeitig wirkt eine
starke, attraktive Lehrlingsausbildung dem Abwandern junger Menschen
entgegen und das hilft uns in Kärnten dem demographischen Wandel
entgegenzusteuern.

Zwtl.: Goach fordert Ausbildungsfonds

Um diese Barrieren für Jugendliche abzubauen, fordert die AK
Kärnten bessere Öffi-Anbindungen, leistbare Starterwohnungen, moderne
Lehrpläne und eine zeitgemäße Ausbildungsqualität. „Insbesondere und
darüber hinaus braucht es eine konsequente Digitalisierung der
Ausbildung, damit Lehrlinge jene Kompetenzen erwerben, die in einer
zunehmend technologiegetriebenen Wirtschaft gefragt sind – Stichwort
Künstliche Intelligenz“, betont Kopeinig. Nur wenn wir die
Rahmenbedingungen verbessern, schaffen wir echte Chancen für
Jugendliche und sichern die Fachkräfte von morgen. Goach fordert
zudem: „Um die Lücke zwischen offenen Lehrstellen und
Lehrstellensuchenden zu schließen, braucht es klare Verantwortung.
Ein Ausbildungsfonds wäre ein gerechter Schritt: Wer keine Lehrlinge
ausbildet, soll jene Betriebe finanziell unterstützen, die diese
Aufgabe übernehmen und damit die Fachkräfte von morgen sichern.“