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Birke Gorm – the evening and the morning and the night: Österreich-Pavillon auf der 16. Gwangju Biennale 2026 eröffnet in Südkorea

Wien/Gwangju (OTS) – Die Künstlerin Birke Gorm vertritt Österreich
bei der 16. Gwangju
Biennale 2026. Unter dem Titel the evening and the morning and the
night verwandelt sie das Obergeschoss des Eunam Museum of Art sowohl
physisch als auch konzeptuell in einen Dachboden – einen
Aufbewahrungsort voller latenter Energien, der weitgehend unberührt
bleibt. Die Ausstellung wird von Attilia Fattori Franchini kuratiert
und ist die zweite nationale Präsentation Österreichs bei der Gwangju
Biennale.

Birke Gorm erforscht in ihrer künstlerischen Praxis den
Lebenszyklus alltäglicher Objekte. Durch das Sammeln, Wiederverwenden
und Umdeuten von Materialien untersucht sie, wie Gegenstände
Bedeutung tragen, verlieren oder neu erlangen. Dabei hinterfragt sie
die ideologischen Rahmenbedingungen von Geschichtsschreibung und
richtet den Blick auf sich wandelnde Vorstellungen von Geschlecht,
Gesellschaft, Industrialisierung und Wert.

Der Dachboden fungiert als zentrales Motiv des diesjährigen
Österreich-Pavillons: Eine zeltartige Konstruktion aus mehreren
Stofflagen schafft eine Landschaft aus unregelmäßigen Räumen,
niedrigen Decken und verborgenen Winkeln. Das aus wiederverwendeten
Textilien gefertigte Zelt lässt die Besucher:innen in eine
eindrucksvolle Umgebung eintauchen, die an einen Ort erinnert, an dem
alte, vergessene oder verborgene Gegenstände aufbewahrt werden; an
dem die Dinge statisch oder schlafend wirken – und doch, wenn
unbeobachtet, ein Eigenleben entfalten. Betrachtet als Gedächtnis des
Hauses, spiegelt der Dachboden die emotionalen Zustände der
Bewohner:innen eines Hauses wider und steht symbolisch für die
Speicherung und Wiederentdeckung von Erinnerungen, unverarbeiteten
Emotionen und gesellschaftlichen Einflüssen, die unter der Oberfläche
wirken und Identität formen. In diesem Raum des Verborgenen treten
häufig übersehene, unbeachtete Geschichten – insbesondere jene von
Frauen, die häufig marginalisiert oder nur fragmentarisch überliefert
werden – in den Vordergrund und werden als Quellen von Widerstand und
Resilienz sichtbar.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen figurative Skulpturen aus
Birke Gorms fortlaufenden Werkserien loaf of meat (2020–), huswif (
2021–), sit-up (2022–) und you, you, you, you, you, you, you,… (
2025–). Diese vieldeutigen Körper – erschöpft, entschlossen, träge,
stur, entspannt, schützend, abwehrend, in einer Pause oder im Streik
– bestehen vorrangig aus weggeworfenen und wiederverwerteten
Materialien, die in Wien und Gwangju gesammelt wurden. Sie werden
platziert, gestapelt oder zueinander arrangiert und koexistieren
zufällig, aus eigenem Willen oder unter Zwang. So entsteht eine
komplexe Topografie, die dazu einlädt, zu beobachten, zu verweilen
und zu entdecken. Die Einbindung vertrauter Materialien wie Pappe,
Altmetall, Nägel und Werkzeuge ermöglicht Besucher:innen Gegenstände
aus ihrer unmittelbaren Umgebung wiederzuerkennen und darüber zu
reflektieren, wie Geschichten von Fürsorge, Arbeit, Konsum und
Entsorgung selbst in den alltäglichsten Dingen verankert sind.

Eine sich stetig wandelnde Lichtchoreografie und eine subtile
Klanglandschaft aus synthetischen und alltäglichen Klängen des
Musikers Christian Ingemann lassen den Raum zwischen Tag und Nacht
oszillieren. In dieser Dynamik erscheint der Dachboden nicht länger
als statischer Aufbewahrungsort, sondern als lebendige, sich
kontinuierlich transformierende Umgebung. Statt eine eindeutige
Antwort vorzugeben, eröffnet die Ausstellung Raum, um neu darüber
nachzudenken, wie wir arbeiten, ruhen und leben.

Begleitend zum Österreich-Pavillon der 16. Gwangju Biennale 2026
erscheint die Publikation tales from the attic. Konzipiert als
Objekt, das man auf dem Dachboden finden könnte, führt die
Publikation die grundlegenden Konzepte der Ausstellung im
Spannungsfeld zwischen kritischer Reflexion und Fiktion weiter. tales
from the attic wurde gestaltet von FONDAZIONE, Wien, und
herausgegeben von DISTANZ, Berlin.

Der österreichische Beitrag wird von Phileas – The Austrian
Office for Contemporary Art in Auftrag gegeben und mit einer
Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien
und Sport kofinanziert. Zusätzliche Unterstützung gewährt das
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.

Aktuelles Presse- und Bildmaterial steht Ihnen im Pressebereich
unter folgendem Link zum Download zur Verfügung:
https://austrianpaviliongwangju.com/en/press/

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at