Wien (OTS) – Österreich gilt als Land des Biers, des Weins und des
gepflegten
Anstoßens: Kein Fest und kein Wirtshausbesuch kommt ohne Seiterl,
Achterl oder Schnapserl aus. Wir leben in einem Hochkonsumland. Doch
der Pro-Kopf-Konsum sinkt – Tendenz weiter fallend, vor allem bei
jungen Menschen. Der Trend zu weniger Promille hat Folgen: Einerseits
geraten Nachtlokale zunehmend unter Druck, andererseits wachsen neue
alkoholfreie Marktsegmente. Die heimische Trinkkultur ist im Umbruch.
Zwischen leerstehenden Nachtlokalen, alkoholfreiem Wein und
Brauchtumsfesten wie dem Villacher Kirchtag fragt sich Hanno Settele
am Mittwoch, dem 23. September 2026, um 20.15 Uhr in ORF 1 und auf
ORF ON in der aktuellen „Dok 1“-Ausgabe „Ausgetrunken – Abschied vom
Alkohol“, wie sich die Veränderung des Konsumverhaltens auf
Gastronomie und Produktion auswirkt, was das mit unserer Feierkultur
macht und wie der Trend zu „No und Low“ – zu keinem oder wenig
Alkohol – ausgerechnet hierzulande angekommen ist.
In Neulengbach besucht Hanno Settele den legendären Nachtclub
„Till“. Dieser musste im Mai 2026 endgültig zusperren. Ein Grund: Das
veränderte Ausgehverhalten junger Menschen machte das Überleben der
einstigen Kultstätte unmöglich. Betreiber Matthias Czepa ist dennoch
überzeugt: Mit dem richtigen Programm kommen die Jungen zurück in die
Clubs. Lieber als in den Club gehen junge Leute ins Fitnessstudio,
glaubt Manfred Janko. Er steht seit 43 Jahren selbst hinter der Bar
seines Lokals „La Bodega“. Seine Beobachtung: Vor allem junge
Menschen treffen sich seltener spontan und geben dafür mehr Geld für
Essen als für Getränke aus. Auch die Villacher „Luna Bar“ hat das
Lokalsterben in der Innenstadt überlebt – obwohl die Jungen seit
Corona lieber zu Hause vorglühen und seltener unterwegs sind. Nur am
Villacher Kirchtag, dem größten Brauchtumsfest Österreichs, fließt
der Alkohol in Strömen. Feier-Ausnahmezustand herrscht auch am
Frequency Festival in St. Pölten. Dass der Alkoholkonsum im Land
sinkt, würde man hier nicht vermuten.
Doch dass sich etwas bewegt im Hochkonsumland Österreich, ist
nicht zu übersehen. Hanno Settele taucht selbst in die Welt ohne
Alkohol ein: Bei der ersten Wein-Entalkoholisierungsanlage
Österreichs im Weingut Toifl – einer Millioneninvestition –, bei
einer alkoholfreien Weinverkostung im Getränkeladen „Kein&Low“ und
auf der Tanzfläche des „Ecstatic Dance“. Hier herrscht das Motto:
Rausch durch Tanzen statt durch Substanzen. Allerdings wird nicht
überall so gefeiert, denn während der Alkoholkonsum hierzulande
sinkt, steigt der Konsum synthetischer Drogen wie Kokain an. Wie
berauscht sich Österreich also wirklich im Jahr 2026? Sind wir auf
dem Weg in eine nüchternere Zukunft oder bleibt Alkohol der
gesellschaftliche Kitt eines Landes, das sich gern zuprostet?
Antworten auf diese Fragen sucht Hanno Settele in „Dok 1“.