Wien (OTS) – Sanieren im Bestand ist aufwendiger als ein Neubau auf
der grünen
Wiese – spart aber riesige Mengen grauer Energie. Beim Umbau des
ehemaligen Pflegeheims aus den 1970er-Jahren in der Laufbergergasse
12 zum neuen MAGDAS Hotel Vienna Prater zeigt das Social Business
gemeinsam mit Atelier Heiss Architekten und Expertinnen und Experten
für Architektur und Haustechnik, wie kreislauffähiges Bauen und
innovative Gebäudetechnik im Hotelbetrieb praxistauglich werden. Das
Gebäude wird durch die Caritas der Erzdiözese Wien in Kooperation mit
der Betreiberin MAGDAS Social Business Hotel GmbH saniert und auf
einen modernen 3*+ Hotelstandard gebracht. Die Eröffnung des
barrierefreien Gartenhotels ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Graue Energie nutzen, 372 Tonnen CO₂ pro Jahr sparen
Der Erhalt der bestehenden Grundstruktur verhindert unnötige
Abbruch-Emissionen. Durch die umfassende thermische Sanierung der
Hülle, neue Holz-Alu-Fenster und den vollständigen Verzicht auf
fossile Energieträger spart das Gebäude im Betrieb künftig jährlich
372 Tonnen CO₂. Auch das Thema Kreislaufwirtschaft wird im Interior
konsequent gelebt: Zahlreiche Baustoffe und Möbel – von
ausgemusterten ÖBB-Kleiderhaken über Mosaike aus Fliesen aus dem
Bestand bis hin zu Re-Use-Parkettböden – erhalten durch Upcycling ein
zweites Leben. „Nachhaltigkeit ist für uns kein Marketing-Gag,
sondern bauliche Verantwortung“, betont Gabriela Sonnleitner,
Geschäftsführerin von MAGDAS. „Wir beweisen, dass man ein komplexes
Bestandsobjekt aus den 1970er-Jahren mit all seinen baulichen
Defiziten in ein echtes Vorzeigeprojekt verwandeln kann – ökologisch
konsequent, wirtschaftlich durchdacht und ein Ort zum Wohlfühlen.“
Haustechnische Pionierleistung und ein Wohlfühlort für alle
Auf der Fassade setzt MAGDAS auf nachwachsende
Holzweichfaserdämmplatten statt erdölbasierter EPS-Dämmung. In den
103 Hotelzimmern kommt ein neuartiges Klimapaneel der Firma abaton
zum Einsatz: Es kühlt und heizt geräuschlos ohne Zugluft und
reduziert durch ein patentiertes Feuchtepuffer-System den
Kühlstrombedarf um 45 Prozent im Vergleich zu konventionellen
Kühldecken. Gekühlt wird klimaschonend per Free Cooling über das
Wiener Grundwasser. Gleichzeitig wird Barrierefreiheit nicht
nachträglich eingebaut, sondern wurde von der ersten Planungssekunde
an als architektonische Grundanforderung behandelt. „Wir wollten kein
Haus, das barrierefrei wirkt, sondern eines, das schön ist – und für
alle funktioniert“, betont Gabriela Sonnleitner.
Das MAGDAS Hotel Vienna Prater wird nach Fertigstellung 103
Zimmer, vier Seminarräume und ein für ganz Wien offenes Restaurant
mit Garten bieten – und als Social Business weiterhin Ausbildungs-
und Arbeitsplätze für Menschen mit erschwertem Zugang zum
Arbeitsmarkt schaffen. „Die Transformation eines alten Pflegeheims in
ein offenes, lebendiges Hotel war architektonische Präzisionsarbeit“,
erklärt Severa Horner, Partnerin bei Atelier Heiss Architekten. „Wir
haben die bestehende Struktur respektiert, aber durch gezielte
Entkernung, viel Licht und nachhaltige Materialien einen Ort
geschaffen, der atmet und Begegnung fördert.“
Über MAGDAS
MAGDAS wurde von der Caritas der Erzdiözese Wien 2012 mit dem
Ziel gegründet, soziale Fragen dort, wo es sinnvoll und möglich
erscheint, unternehmerisch zu lösen. Das Social Business Unternehmen
ist überzeugt davon, dass jeder Mensch gute Arbeit leisten kann und
eröffnet so Zukunftsperspektiven für Menschen, die bei vielen anderen
Arbeitgeber:innen keine Chance erhalten.