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FPÖ – Frühmesser-Götschober zu Zwangsehen: Erschreckende Dunkelziffer verlangt konsequentes Handeln

Wien (OTS) – Wenn sich die Sommerferien, die als Hochrisikozeit für
Zwangsverheiratungen und Genitalverstümmelungen gelten, dem Ende
zuneigen, ist besondere Aufmerksamkeit gefragt. Für die Wiener FPÖ-
Frauensprecherin LAbg. Lisa Frühmesser-Götschober zeigen die
aktuellen Zahlen zu Zwangsehen in Österreich dringenden
Handlungsbedarf: „Gerade zum Schulstart im Herbst müssen mögliche
Warnsignale ernst genommen und gefährdete Mädchen rasch unterstützt
werden.“ Obwohl Zwangsehen in Österreich verboten sind, werden
Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 200 minderjährige Migrantinnen
gegen ihren Willen verheiratet, häufig im Zuge einer Reise in das
Herkunftsland ihrer Familie. Besonders alarmierend: Im gesamten Jahr
2025 kam es lediglich zu einer Verurteilung wegen Zwangsehe. „Diese
enorme Diskrepanz muss uns wachrütteln. Zwangsehe ist keine familiäre
Angelegenheit und schon gar keine kulturelle Besonderheit, sondern
Gewalt und ein massiver Eingriff in die Freiheit und Selbstbestimmung
von Frauen“, betont Frühmesser-Götschober.

Bereits im Mai hatte Frühmesser-Götschober angesichts von
Berichten über zwangsverheiratete Frauen in Wien-Favoriten vor
Isolation, Kontrolle, Gewalt und sozialer Abhängigkeit gewarnt. Die
aktuellen Entwicklungen würden einmal mehr zeigen, wie wichtig
Aufklärung, Prävention, Früherkennung und ein rascher Zugang zu Hilfe
sind. Wie ernst die Situation in Wien ist, zeigt ein Schreiben der
Wiener Bildungsdirektion, in dem Lehrer vor möglichen
Zwangsverheiratungen von Schülerinnen während der Sommerferien
gewarnt werden. Frühmesser-Götschober betont: „Wenn die
Bildungsdirektion Wiener Lehrer eigens davor warnen muss, dass
Schülerinnen während der Ferien zwangsverheiratet werden könnten,
muss die Stadt endlich die Ursachen konsequent bekämpfen. Lehrer
können nicht die Versäumnisse einer gescheiterten Integrationspolitik
auffangen.“

Auch bei anderen Formen traditionsbedingter Gewalt wie weiblicher
Genitalverstümmelung zeigen sich Widersprüchlichkeiten zwischen der
geschätzten Zahl Betroffener und den tatsächlich bei den Behörden
aufscheinenden Fällen. Frühmesser-Götschober fordert daher eine
stärkere Sensibilisierung von Lehrern, Kinder- und Jugendhilfe sowie
Gesundheitswesen, klare Abläufe bei Verdachtsfällen und einen
niederschwelligen Zugang zu Beratungs- und Schutzeinrichtungen.
Gleichzeitig müssten Täter konsequent verfolgt und mit harten Strafen
zur Verantwortung gezogen werden.

Abschließend fordert die Freiheitliche von der rot-pinken
Stadtregierung einen klaren Schwerpunkt gegen Zwangsehen und andere
Formen traditionsbedingter Gewalt. „Frauenrechte sind nicht
verhandelbar. Dass sich Parallelgesellschaften entwickeln konnten, in
denen unsere Rechtsordnung und die Rechte von Frauen massiv
missachtet werden, ist eine direkte Folge jahrelanger Versäumnisse
und des Wegsehens in der Integrationspolitik. Religiöse, kulturelle
oder familiäre Traditionen können niemals eine Rechtfertigung dafür
sein, Mädchen und Frauen ihre Freiheit zu nehmen. Es ist unsere
Aufgabe, den betroffenen Mädchen unmissverständlich zu zeigen: Der
Rechtsstaat steht auf ihrer Seite“, so Frühmesser-Götschober.