Wien (OTS) – Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer sieht in
Carbon Capture
and Storage (CCS) eine der zentralen Klimaschutzmaßnahmen für die
österreichische Industrie in den kommenden Jahren. Gerade in
energieintensiven Branchen wie der Zement-, Kalk- oder Stahlindustrie
entstehen Emissionen, die technologisch nicht vollständig vermieden
werden können. Für diese Bereiche braucht es neben Effizienz,
erneuerbarer Energie und neuen Produktionstechnologien auch die
Möglichkeit CO₂ sicher abzuscheiden und geologisch zu speichern.
„Die Speicherung von CO2 ist eine der zentralen
Klimaschutzmaßnahmen für unsere Industrie in den kommenden Jahren.
Gerade dort, wo Emissionen technologisch nicht vermeidbar sind,
brauchen unsere Betriebe eine echte Perspektive. Ein Klimagesetz
allein baut noch keine Anlage und beschleunigt noch kein Verfahren.
Wenn wir Klimaschutz und Standortpolitik ernst nehmen, müssen das
Gesetz zur CO2-Speicherung und die UVP-Novelle gemeinsam folgen.
Diese drei Gesetze gehören zusammen: Das Klimagesetz gibt die
Richtung vor, CCS eröffnet der Industrie einen realistischen Weg zur
Dekarbonisierung und die UVP-Novelle sorgt dafür, dass notwendige
Projekte schneller umgesetzt werden können. Genau dieses Gesamtpaket
braucht der Standort Österreich jetzt“, so Wirtschaftsminister
Wolfgang Hattmannsdorfer.
Zur Erreichung der Klimaneutralität bleibt CCS auch langfristig
notwendig: Je nach Szenario werden in Österreichs Industrie im Jahr
2040 weiterhin rund 4,4 bis 12,1 Millionen Tonnen residuale fossile
und geogene CO₂-Emissionen pro Jahr anfallen, die technologisch nicht
vollständig vermieden werden können. Diese verbleibenden Emissionen
müssen entweder dauerhaft geologisch gespeichert oder – soweit
möglich – in CCU-Anwendungen genutzt werden. Auch wirtschaftlich ist
die Dimension erheblich: Bereits bei einem angenommenen CO₂-
Zertifikatspreis von 82 Euro pro Tonne entsprechen diese Mengen
Zertifikatskosten von bis zu 900 Millionen Euro pro Jahr . Mit weiter
steigenden CO₂-Preisen wird die wirtschaftliche Bedeutung von CCS für
den Industriestandort zusätzlich zunehmen.
„Diese Zahlen zeigen die Dimension: Wir reden über Millionen
Tonnen CO₂ und über Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, die für
unsere Industrie künftig weiter steigen werden. Die Antwort darauf
kann nicht sein, Produktion und Arbeitsplätze aus Österreich zu
verdrängen. Unser Ziel muss sein, Klimaschutz und industrielle
Wertschöpfung zusammenzubringen. Genau deshalb brauchen unsere
Unternehmen die rechtliche Möglichkeit, unvermeidbare Emissionen
abzuscheiden und CO₂ sicher zu speichern“, so Hattmannsdorfer.
Der aktuell in Abstimmung befindliche Gesetzesentwurf zur
Aufhebung des Verbots der geologischen Speicherung von CO₂ muss
gemeinsam mit dem Klimagesetz, dem UVP-Gesetz in Begutachtung
gebracht werden. Die Bundesregierung hat sich im Rahmen des
Dürrepakets bereits auf die Aufhebung des CO₂-Speicherungsverbots
verständigt. „ Wenn wir beim Klimaschutz vorankommen wollen, müssen
wir nicht nur Ziele beschließen, sondern gleichzeitig die
gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, damit Unternehmen investieren
und Projekte tatsächlich umgesetzt werden können. Deshalb sollen
Klima-, CCS-Gesetz und UVP-Gesetz gemeinsam in Begutachtung gebracht
werden“, so Hattmannsdorfer.
Die genannten Gesetze sind zentrale Standortbegleitgesetze, damit
Klimaziele nicht nur festgeschrieben, sondern durch konkrete
Investitionen, neue Technologien und schnellere Verfahren erreicht
werden können. Für die Wirtschaft ist das ein entscheidendes Signal:
Österreich schafft die Voraussetzungen dafür, dass klimafreundliche
Produktion, industrielle Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land
bleiben.