Lackner: Ohne Einheit mit Papst keine volle Gemeinschaft mit Kirche

Wien/Salzburg (OTS) – Die Österreichische Bischofskonferenz
unterstützt die Haltung von
Papst Leo XIV. zur Piusbruderschaft und hat deren unerlaubte
Bischofsweihen verurteilt. „Durch diesen Akt des Ungehorsams haben
sich sowohl die Spender als auch die Empfänger der Weihe selbst
exkommuniziert und einen schismatischen Akt gesetzt“, hat der
Erzbischof Franz Lackner am Mittwoch in einer Stellungnahme
festgehalten. Gleichzeitig betont der Bischofskonferenz-Vorsitzende
die Bedeutung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und die
notwendige Einheit mit dem Papst. Kurz zuvor sind im schweizerischen
Écône im Wallis von der Piusbruderschaft vier Männer unerlaubt zu
Bischöfen geweiht worden.

In seiner Stellungnahme erinnert der Salzburger Erzbischof daran,
dass sich der Papst noch am Montag mit einem Brief an den
Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X., Davide
Pagliarani, gewandt habe. Darin habe Leo XIV. „die Liebe zu Liturgie,
den Einsatz in der Priesterausbildung, den apostolischen Eifer und
das Streben nach Treue zur Tradition“ der Piusbruderschaft
ausdrücklich gewürdigt. Zugleich habe er ihre Verantwortlichen zur
Umkehr aufgerufen und festgehalten, dass das „Zerreißen des nahtlosen
Gewandes Christi“ eine schwere Sünde sei.

„Diese Mahnung des Papstes ist offensichtlich ohne Resonanz
geblieben“, bedauert der Bischofskonferenz-Vorsitzende nach Vollzug
der unerlaubten Bischofsweihen durch die beiden Bischöfe der
Priesterbruderschaft St. Pius X, Bernard Fellay und Alfonso de
Gallereta. Durch diesen „Akt des Ungehorsams“ hätten sich sowohl die
Spender als auch die Empfänger der Weihe „selbst exkommuniziert und
einen schismatischen Akt gesetzt“, so Erzbischof Lackner, der
festhält: „Jedes Schisma ist für den Papst, dem die Sorge um die
Einheit der Kirche obliegt, und für die Kirche weltweit schmerzlich,
zugleich ist nun ein Schlusspunkt hinter eine jahrzehntelange
Konfliktgeschichte zwischen Rom und der Piusbruderschaft gesetzt
worden.“ Lackner wörtlich: „Als Vorsitzender der österreichischen
Bischofskonferenz unterstütze ich die Haltung von Papst Leo XIV. Es
ist zu bedauern, dass trotz vatikanischer Gesprächsangebote und
päpstlicher Mahnung durch die unerlaubte Bischofsweihe ein
schismatischer Akt gesetzt wurde.“

Bedeutsame Reformen des Konzils

Zu den eigentlichen Gründen verweist der Bischofskonferenz-
Vorsitzenden darauf, „dass die Piusbruderschaft zentrale Reformen des
Zweiten Vatikanischen Konzils hartnäckig ablehnt – Reformen, die auch
für die Katholische Kirche in Österreich wegweisende Funktion gehabt
haben und immer noch haben.“ In diesem Zusammenhang betont der
Salzburger Erzbischof: „Keiner will hinter die ökumenische Öffnung zu
den nichtkatholischen Kirchen zurück, das erneuerte Verhältnis zum
Judentum infrage stellen oder andere Religionen pauschal als falsch
abwerten. Auch die Anerkennung der Religions- und Gewissensfreiheit
ist für das Verhältnis der Katholischen Kirche zum liberalen
demokratischen Rechtsstaat unhintergehbar.“

Ob diese Lehrdifferenzen im Blick auf die Konzilsreformen in
Gesprächen geklärt werden können und das eingetretene Schisma geheilt
werden könne, sei momentan unsicherer denn je, so Lackner: „Den
Verantwortlichen der Priesterbruderschaft St. Pius X. möge klar
werden, dass es ohne die Einheit mit dem Papst keine volle
Gemeinschaft mit der Katholischen Kirche geben kann.“ Das habe schon
Papst Pius IX. durch ein Wort des heiligen Ambrosius von Mailand in
Erinnerung gerufen: „Ubi Petrus, ibi ecclesia – wo Petrus ist, dort
ist die Kirche.“

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