Wien (OTS) – „Neos-Stadträtin Emmerling hat nur in einer Sache Recht:
Wenn im
kommenden Schuljahr nun tatsächlich die Zahl der außerordentlichen
Schüler in Wiens Schulen sinken soll, dann ist das natürlich dem
Stopp der Familienzusammenführung geschuldet und damit der Vehemenz
der Volkspartei in dieser Bundesregierung“, so der Bildungssprecher
der Wiener Volkspartei Klubobmann Harald Zierfuß zu den heutigen
Ausführungen von Neos-Stadträtin Emmerling zum kommenden
Bildungsjahr.
„Allerdings ist es ein pinker Irrglaube, dass dieses potentielle
Sinken der Zahl außerordentlicher Wiener Schüler der Deutschförderung
dieser Stadtregierung geschuldet sein soll. Nach wie vor funktioniert
die Deutschförderung in Wiens Kindergärten überhaupt nicht. Es gab im
vergangenen Kindergartenjahr gerade einmal 300 Vollzeit-arbeitende
Sprachförderkräfte für rund 16.000 Kinder mit Sprachförderbedarf,
wovon fast 5.000 überhaupt keine Sprachförderung erhalten haben. Auch
mussten im letzten Schuljahr erstmals mehr als die Hälfte aller
Schulanfänger als außerordentliche Schüler geführt werden, wovon 60
Prozent hier geboren sind und mehr als zwei Jahre in Wien einen
Kindergarten besucht haben“, so Zierfuß und weiter: „Dass 51 Prozent
der Kinder zu Schulbeginn ihre Lehrer nicht ausreichend verstehen,
ist ein bildungspolitischer Notstand und kann wirklich nicht
schöngeredet werden. Unter der Verantwortung von SPÖ und Neos ist
dieser Anteil innerhalb von nur fünf Jahren von 41 auf 51 Prozent
gestiegen.“
„Auch die angekündigten Maßnahmen in diesem Bereich kommen um
Jahre zu spät und werden nach wie vor hinausgeschoben. Dass die Neos
erst 2028 mit marginalen Gruppenverkleinerungen in Kindergärten
beginnen wollen, ist fahrlässig und verantwortungslos. Wir haben 2026
und die Neos wollen 2028 (!) mit Verbesserungen in Wiens Kindergärten
beginnen“, kritisiert Zierfuß.
„Auch die Auflösung von Sprachclustern in Wiens Kindergärten
kommt um Jahre zu spät und kann nicht darauf warten, bis die Pinken
in der Wiener Stadtregierung nach Jahren des ‚Nachdenkens‘ endlich
ins Tun kommen“, so der Bildungssprecher weiter.
„Wien braucht eine konsequente Deutsch-Offensive, die jetzt
startet und nicht irgendwann. Jedes in Wien geborene Kind muss bis
zum Schuleintritt Deutsch können. Dafür braucht es eine massive
Aufstockung der Deutschförderkräfte, eine verpflichtende und wirksame
Deutschförderung mit klaren Qualitätsstandards und Kontrollen“,
fordert Zierfuß. „Denn ja, Deutsch ist die Grundlage für eine
erfolgreiche Bildungslaufbahn und jede verantwortungslose Verzögerung
in diesem Bereich gefährdet die Zukunft von weiteren Generationen von
Kindern in Wien. Unser Dank gilt damit allen Pädagoginnen und
Pädagogen, die in Kindergärten und Schulen unter widrigsten Umständen
ihr Bestes geben, um Kindern eine erfolgreiche Zukunft zu
ermöglichen“, so Zierfuß abschließend.