Wien (OTS) – „Das Ausmaß dieser Katastrophe wird uns noch lange
begleiten – denn
hinter den steigenden Opferzahlen stehen tausende Schicksale“,
berichtet Jürgen Högl, Leiter Internationale Krisen und Katastrophen
beim Österreichischen Roten Kreuz, eine Woche nach den verheerenden
Erdbeben in Venezuela mit mehr als 500 Nachbeben. „Die Helferinnen
und Helfer des Roten Kreuzes geben die Suche nach Überlebenden nicht
auf, doch die Chancen auf Erfolg werden immer geringer. Die
Opferzahlen werden in den kommenden Tagen noch dramatisch steigen.
Allein bei der Telefonhotline des Venezolanischen Roten Kreuzes sind
bisher 2.300 Suchanfragen nach Vermissten eingegangen. Viele Menschen
suchen verzweifelt nach ihren Angehörigen.“
„Wenn eine Katastrophe passiert, ist das Rote Kreuz bereits vor
Ort“
Auf der Suche nach Vermissten und um Hilfe zu Überlebenden zu
bringen, sind Rotkreuz-Teams auch in den bisher kaum zugänglichen
Erdbeben-Gebieten unterwegs – mitunter auf Motorrädern wegen der
großteils zerstörten Straßen. „Wenn irgendwo auf der Welt eine
Katastrophe passiert, ist das lokale Rote Kreuz bereits vor Ort – so
auch in Venezuela. 3.000 Kolleginnen und Kollegen des Venezolanischen
Roten Kreuzes sind landesweit im Einsatz, um Leben zu retten. Direkt
in den Katastrophengebieten wurden drei Feldspitäler aufgebaut, um
Verwundete zu versorgen. Die öffentlichen Spitäler sind total
überlaufen“, so Högl.
Rotkreuz-Krisenintervention für Überlebende
Weitere acht Krankenhäuser und 34 Polikliniken des Roten Kreuzes
sind aktiv und versorgen Verletzte, auch ein Feldspital der
Internationalen Rotkreuz-Föderation wird aktuell in Einsatz gebracht.
Nach den Such- und Rettungsmaßnahmen und der medizinischen Versorgung
steht die sichere Unterbringung der Betroffenen im Vordergrund. Sie
werden vom Roten Kreuz nicht nur mit dem Lebensnotwendigen – Wasser,
Essen, Sanitärversorgung – versorgt, sondern auch psychosozial
betreut.
Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten
Kreuzes, dazu: „Den Überlebenden geht es psychisch furchtbar. Manche
von ihnen sitzen vor eingestürzten Gebäuden und trauern um ihre
darunter begrabenen Familien. Tausende Menschen sind ums Leben
gekommen, unzählige werden noch immer vermisst. Hier helfen die
Kriseninterventionsteams des Venezolanischen Roten Kreuzes.“
Österreich stellt 500.000 Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds
Die Österreichische Bundesregierung unterstützt den
Katastrophenhilfe-Notfallfonds (Disaster Relief Emergency Fund, DREF)
der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und
Rothalbmondgesellschaften (IFRC) mit 500.000 Euro aus dem
Auslandskatastrophenfonds. „Damit kann die Rotkreuz-Hilfe im
Katastrophenfall rasch anlaufen und unsere Kolleginnen und Kollegen
ihren lebensrettenden Einsatz fortsetzen“, bedankt sich Rotkreuz-
Generalsekretär Opriesnig. „Vielen Dank an alle, die unsere
Katastrophenhilfe bereits unterstützt haben! Jede Spende hilft.“
Das Rote Kreuz bittet dringend um Spenden:
Österreichisches Rotes Kreuz
IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144
BIC: GIBAATWWXXX
Erste Bank: BLZ 20.111
Kennwort: Erdbeben Venezuela
Oder online unter wir.roteskreuz.at/erdbeben-venezuela
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