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AK Stilling: Rückgang bei Krankenstandstagen positiv, Handlungsbedarf bleibt hoch

Wien (OTS) – Die von der Statistik Austria veröffentlichten
Krankenstandszahlen
für 2025 zeigen einen leichten Rückgang der Krankenstandstage pro
Beschäftigtem von 15,1 auf 14,7 Tage. „Jeder verhinderte Krankenstand
ist grundsätzlich eine gute Nachricht. Gleichzeitig dürfen wir die
Ursachen von Erkrankungen nicht aus den Augen verlieren.
Arbeitsdruck, Personalmangel und steigende psychische Belastungen
sind für viele Beschäftigte nach wie vor Alltag“, betont Ines
Stilling, AK-Bereichsleiterin Soziales.

Der Rückgang dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele
Arbeitnehmer:innen weiterhin unter hohen Belastungen arbeiten. „Es
braucht mehr Prävention, ausreichende Personalressourcen und
Arbeitsbedingungen, die die Gesundheit der Beschäftigten schützen“,
so Stilling.

Präsentismus bleibt Herausforderung

Nach Umfragen der AK Wien gehen neun von zehn Arbeitnehmer:innen
krank arbeiten, weil sie Kolleg:innen nicht belasten wollen oder der
Arbeitsdruck zu hoch ist.

„Wer krank ist, muss die Möglichkeit haben, sich auszukurieren.
Beschäftigte dürfen nicht das Gefühl haben, trotz Krankheit arbeiten
zu müssen. Das schadet langfristig der eigenen Gesundheit und
letztlich auch den Betrieben“, erklärt Stilling.

Kein Generalverdacht gegenüber Beschäftigten

Die AK spricht sich für eine sachliche Debatte über Krankenstände
aus. „Während die Arbeitgeberseite zuletzt wieder über
Krankenstandsmissbrauch diskutiert hat, verwehren wir uns
ausdrücklich gegen einen Generalverdacht gegenüber Beschäftigten. Wer
Krankenstände senken will, muss die tatsächlichen Ursachen angehen:
hohe Belastungen, steigender Arbeitsdruck und fehlende Prävention“.

„Gesundheit ist ein Grundrecht. Beschäftigte brauchen die
Sicherheit, im Krankheitsfall ohne Angst vor Nachteilen Zuhause
bleiben zu können. Deshalb fordern wir einen Kündigungsschutz im
Krankenstand. Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen geschaffen
werden, damit Menschen gar nicht erst krank werden“, betont Stilling
abschließend.