Wien (OTS) – Die Abteilung für Chirurgie der Klinik Favoriten wurde
erfolgreich
als Kompetenzzentrum für chirurgische Erkrankungen der Leber
zertifiziert. Die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für
Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) bestätigt die hohe
medizinische Qualität und die Spezialisierung des Zentrums. Es ist
damit das erste zertifizierte Kompetenzzentrum dieser Art in
Österreich. Mit rund 120 Leber- und Gallenwegsoperationen pro Jahr
verfügt die Klinik Favoriten des Wiener Gesundheitsverbundes über die
höchste Fallzahl Österreichs. Rund 80 Prozent der Eingriffe betreffen
die Tumorchirurgie der Leber und der Gallenwege.
Es steht nicht nur die fachliche Expertise im Mittelpunkt der
Zertifizierung, sondern auch die Qualität der gesamten Versorgung:
standardisierte Abläufe, interdisziplinäre Entscheidungsprozesse,
moderne Diagnostik und Therapie sowie ein konsequentes
Qualitätsmanagement. All diese Faktoren leisten einen wichtigen
Beitrag zur Patient*innen-Sicherheit, insbesondere bei komplexen
chirurgischen Eingriffen. Dies hat nun die Zertifizierung durch die
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)
bestätigt.
„Die Zertifizierung ist für uns weit mehr als ein
Qualitätssiegel. Sie ist eine unabhängige Bescheinigung der
medizinischen Qualität, die das gesamtes Team jeden Tag leistet“,
sagt Thomas Grünberger, Leiter der Chirurgie in der Klinik Favoriten.
„Spitzenmedizin entsteht nicht durch Einzelpersonen, sondern durch
das perfekte Zusammenspiel vieler hochspezialisierter Berufsgruppen.
Gerade dieses Zusammenspiel ist bei komplexen Eingriffen entscheidend
für eine sichere Behandlung.“
Zwtl.: Individuelle und interdisziplinäre Versorgung
Aber nicht nur die hohe Spezialisierung und Erfahrung des
chirurgischen Teams sind bei komplexen Operationen von großer
Bedeutung. Die Eingriffe müssen individuell geplant und durchgeführt
werden und erfordern die enge Zusammenarbeit verschiedener
medizinischer Disziplinen, zum Wohl der Patient*innen.
Nicht jede*r Patient*in benötigt dieselbe Therapie. Deshalb wird
für jeden Fall ein individuelles Behandlungskonzept im
interdisziplinären Tumorboard entwickelt, das operative,
interventionelle und onkologische Verfahren miteinander verbindet. So
arbeiten im Kompetenzzentrum der Klinik Favoriten Chirurgie,
Onkologie, Gastroenterologie und Hepatologie, Radiologie, Pathologie,
Anästhesie, Intensivmedizin sowie spezialisierte Pflege- und
Therapieteams eng zusammen. Das ermöglicht eine lückenlose Versorgung
von der Diagnostik über die Therapieentscheidung und Operation bis
hin zur Nachsorge.
Behandelt wird das gesamte Spektrum bösartiger und ausgewählter
gutartiger Erkrankungen der Leber und Gallenwege. Einen besonderen
Schwerpunkt bilden Leber-Metastasen, insbesondere bei Darmkrebs,
bösartige Tumore der Leber sowie Gallengangstumore.
Zwtl.: Auch zunächst nicht operable Tumoren können behandelbar werden
Die Möglichkeiten einer modernen, interdisziplinären Behandlung
zeigen sich auch an einzelnen Patientengeschichten. Eine Patientin
Mitte 50 erhielt vor vier Jahren die Diagnose eines zunächst nicht
operablen, bereits in die Leber metastasierten Rektumkarzinoms. Bei
der Erstdiagnose wurden 23 Lebermetastasen festgestellt.
Durch eine multimodale Systemtherapie und anschließend zwei große
operative Eingriffe an Leber und Rektum konnten alle Tumore entfernt
werden. Die Patientin ist mittlerweile seit vier Jahren tumorfrei.
Derartige Behandlungserfolge sind nur durch das Zusammenspiel
mehrerer Fachbereiche, wie in der Klinik Favoriten, möglich.
„Eine Diagnose eines Lebertumors ist für die Betroffenen und ihre
Angehörigen belastend. Wichtig sind eine frühzeitige Abklärung und
die Behandlung in einem spezialisierten Umfeld, in dem alle
therapeutischen Möglichkeiten gemeinsam bewertet werden. Niemand muss
diesen Weg alleine gehen. Das erfahrene Team der Klinik Favoriten
begleitet die Patient*innen von der Diagnose über die Therapie bis
zur Nachsorge. Unser gemeinsames Ziel ist es, für jeden Menschen die
bestmögliche und sicherste Behandlung zu finden.“ So Thomas
Grünberger.
Zwtl.: Forschung und Lehre als Teil der Spitzenmedizin
Als universitäres Zentrum mit Anbindung an die Sigmund Freud
PrivatUniversität und an die Medizinischen Universität Wien verbindet
das Kompetenzzentrum klinische Versorgung mit Forschung und Lehre. So
fließen neue wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in die
klinische Versorgung ein. Gleichzeitig wird der medizinische
Nachwuchs ausgebildet und auf die Anforderungen einer modernen,
interdisziplinären Leberchirurgie vorbereitet. Auch minimal-invasive
und insbesondere robotische Operationsverfahren werden weiter an
Bedeutung gewinnen. Derzeit kommt bei mehr als 50 Prozent der
Operationen in der Klinik Favoriten der Da Vinci-OP-Roboter zum
Einsatz.