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„Alle sprechen Erste Hilfe“ – Johanniter machen Erste Hilfe zu einer Sprache, die alle verstehen

Wien (OTS) – Anlässlich des Welttags der Ersten Hilfe starten die
Johanniter
Österreich die Aktion „Alle sprechen Erste Hilfe“. Im Mittelpunkt
steht die Vielfalt, mit der Erste-Hilfe-Wissen heute vermittelt
werden kann: Sprachbarrieren werden mit Übersetzungstechnologie
abgebaut, in Forschungsprojekten wird ein passendes Kursangebot für
Menschen mit Behinderung entwickelt, und gemeinsam mit
Partnerorganisationen entstehen neue, niederschwellige Kursformate.
Die Johanniter, die 2025 rund 22.300 Menschen zu Ersthelfer:innen
ausgebildet haben, räumen dafür Zugangshürden aus dem Weg und setzen
gezielt bei jenen Gruppen an, die schwerer zu erreichen sind.

„Erste Hilfe darf niemanden ausschließen. Mit ‚Alle sprechen
Erste Hilfe‘ zeigen wir, dass wir Sprache, Behinderung oder besondere
Lebenssituationen nicht als Hindernis, sondern als Ansporn sehen,
unsere Kurse weiterzuentwickeln“, so Petra Grell-Kunzinger,
Bundesgeschäftsführerin der Johanniter Österreich.

Zwtl.: Warum Inklusion in der Ersten Hilfe zählt

Erste Hilfe ist eine gesellschaftliche Aufgabe – und die Zahlen
zeigen, dass „alle“ dabei wörtlich zu nehmen ist. Rund 2,5 Millionen
Menschen in Österreich haben einen Migrationshintergrund, das
entspricht 27,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Rund 1,9 Millionen
Menschen leben mit einer Behinderung. Sprachbarrieren und
eingeschränkte Teilhabe sind damit kein Randthema, sondern betreffen
einen erheblichen Teil der Bevölkerung.

Wie viel jede zusätzlich ausgebildete Person zählt, zeigen die
Wiener Reanimationsdaten: Die Überlebenschance nach einem Herz-
Kreislaufstillstand außerhalb von Kliniken ist in Wien seit 2009 von
29 auf 39 Prozent gestiegen – nicht zuletzt, weil Ersthelfer:innen in
einem Drittel der Fälle sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Da
die Überlebensrate mit jeder Minute ohne Hilfe um bis zu 10 Prozent
sinkt, ist jede Person, die im Ernstfall handeln kann, entscheidend –
unabhängig davon, welche Sprache sie spricht oder ob sie mit einer
Behinderung lebt.

Zwtl.: Kursangebote im Rahmen des Welttags der Ersten Hilfe, am 12.
September

Zwtl.: Testangebot in Wien: Gratis-Erste-Hilfe-Kurse in über 100
Sprachen

Am 12. September laden die Johanniter Wien zu einem kostenlosen,
vierstündigen Erste-Hilfe-Kurs im Johanniter Center Nord, 1210 Wien,
ein. Teilnehmer:innen erhalten die Möglichkeit, die
Übersetzungsgeräte in allen gängigen Sprachen zu testen. Mittels
Earplugs wird der Kursinhalt live in ihre jeweilige Sprache
übersetzt. Damit Sprache nicht länger darüber entscheidet, ob jemand
Erste Hilfe lernen kann!
Hier direkt zum Gratis-Kurs anmelden!

Zwtl.: Kursangebot in Innsbruck: Erste Hilfe im Freien lernen – 50%
Rabatt!

Am 12. September laden die Johanniter Tirol zu einem
achtstündigen Erste-Hilfe-Kurs am Baggersee Rossau ein – zum halben
Preis! Bei diesem eintägigen Auffrischer-Kurs werden alle Lerninhalte
im Gespräch genau dort vermittelt, wo Unfälle auch passieren:
Draußen, im öffentlichen Raum, in der Freizeit. Geübt und gelernt
wird an verschiedenen Stationen rund um den See.
Hier direkt mit 50 % Rabatt anmelden.

Zwtl.: Johanniter forschen für Menschen mit Behinderung

In der Projektarbeit widmen sich die Johanniter mit den Projekten
SHIELD und Stärka gezielt der Frage, wie Menschen mit Behinderung
besser auf Krisen und Notfälle vorbereitet werden können – SHIELD mit
Fokus auf Erste Hilfe, Stärka mit Fokus auf Resilienz für Krisen und
Katastrophen.

Im EU-Forschungsprojekt SHIELD (Erasmus+, Laufzeit Dezember 2025
bis November 2027) wurden gemeinsam mit dem Österreichischen
Behindertenrat Fokusgruppen durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis der
Bedarfsanalyse: Die Teilnehmer:innen wünschen sich einen 16-stündigen
Erste-Hilfe-Kurs. Die Johanniter Österreich sind im internationalen
SHIELD-Konsortium vertreten, dem u. a. auch Partnerorganisationen aus
Deutschland, der Slowakei, Belgien und Litauen angehören. Die
Ergebnisse des Projekts sind unter project-shield.net einsehbar.

Projekt Stärka macht die Vorbereitung auf Krisen zusätzlich
online erlebbar und baut auf dem bereits abgeschlossenen FEMtech-
Forschungsprojekt „Survival Kit@Home“ auf: Über eine eigene Anwendung
können Interessierte spielerisch und in kurzen Einheiten zu
unterschiedlichen Themen lernen – alle Spiele sind auch online
verfügbar. Untersucht wird dabei, wie sich auch schwierige Themen der
Resilienzstärkung gut vermitteln lassen, etwa durch spielerische
Zugänge, leichte Sprache und angepasste Formate. Diese Erkenntnisse
lassen sich auch auf den Bereich Erste Hilfe übertragen – ein Aspekt,
den unter anderem das Projekt SHIELD untersucht. Ziel ist es, Wissen
über Krisenvorsorge gezielt auch an schwer erreichbare Gruppen zu
vermitteln.

Zwtl.: Weitere Initiativen für mehr Zugänglichkeit

– Kurse werden ausgebaut, um Menschen mit Behinderung noch gezielter
zu erreichen.

– Kooperation mit der Pflegeorganisation Care Systems: gemeinsam
entwickelte Formate wie der Notfallrucksack, Warnsignal-Memory,
Wimmelbild zu Stromausfall, Erkennen von KI-Bildern (in Bezug auf
Desinformation)

– Online-Angebote für Schulen und Pädagog:innen sowie erste Testungen
von Kursformaten mit gehörlosen Menschen.

„Die Fokusgruppen mit dem Österreichischen Behindertenrat haben
uns gezeigt, wie wichtig ausreichend Zeit und Praxisnähe für einen
wirklich inklusiven Erste-Hilfe-Kurs sind. Genau das setzen wir im
Projekt SHIELD gemeinsam mit unseren internationalen Partnern um“, so
Nadine Sturm, Projektleiterin der Johanniter Österreich Ausbildung
und Forschung GmbH. „Das Projekt verfolgt einen ‚Empowerment Ansatz‘,
der Personen einfach Handlungsoptionen anbieten soll. Dies bedeutet,
Menschen mit Behinderung nicht nur als passive Empfänger:innen von
Hilfe zu sehen, sondern sie aktiv in die Vorbereitung einzubeziehen
und ihnen Strategien in die Hand zu geben, wie sie sich selbst und
anderen helfen können.“

Unter folgendem Link finden Sie auch Bildmaterial:
https://www.johanniter.at/fotodownload

Bild 1: Ear-plugs und Übersetzungstechnologie machen Erste Hilfe
für alle verständlich. ©Johanniter
Bild 2: Johanniter Testgruppe: „Alle sprechen Erste Hilfe“.
©Johanniter

Quellenangaben: Statistik Austria, MedMedia: Studie Medizinische
Universität Wien und Berufsrettung Wien