Wien (OTS) – Neuartiges translinguales Sprachförderkonzept in zwei
Kindergärten
zeigt besondere Effekte bei der Sprachentwicklung und stärkt die
Sprechfreude von Kindern nachhaltig – sowohl auf Deutsch als auch in
der Erstsprache.
Die Wiener Kinderfreunde ziehen nach dem ersten Jahr des
innovativen Sprachförderprojekts „SPRINT“ (SPRachförderung INtensiv)
eine überaus erfolgreiche Zwischenbilanz. Das in Kooperation mit dem
Bildungs- und Beratungsinstitut Linguamulti ( www.linguamulti.at )
unter der Leitung von Mag. Zwetelina Ortega entwickelte Modell wurde
im vergangenen Kindergartenjahr in zwei Kindergärten intensiv
erprobt. Ziel des auf drei Jahre angelegten Projekts ist es, Kinder
mit erhöhtem Sprachförderbedarf in der Zweitsprache Deutsch durch
moderne, translinguale Ansätze („Translanguaging“) gezielt beim
Deutscherwerb zu unterstützen. Die ersten Ergebnisse nach dem ersten
Praxisjahr übertreffen die Erwartungen bei Weitem.
„Deutschlernen gelingt Kindern leichter, wenn ihre
Familiensprachen als Stärke genutzt werden. Im SPRINT Projekt wird
Mehrsprachigkeit zur Brücke für Lernen, Teilhabe und sprachliches
Selbstvertrauen“, führt Ortega an.
Zwtl.: Positive Effekte in der Sprachentwicklung
Die wissenschaftlich fundierte Methode, bei der Kinder ihr
gesamtes sprachliches Repertoire inklusive ihrer Familiensprachen als
Brücke zum Deutschen nutzen, zeigt in der Praxis sehr positive
Effekte in der Sprachentwicklung der betreuten Kinder.
Die Kinder nahmen mit großer Freude und Begeisterung an den
spielerischen Einheiten in Kleingruppen von maximal fünf Kindern
teil. Das stärkte nicht nur ihr Selbstkonzept als erfolgreiche
Sprachenlernende, sondern nahm ihnen auch die Angst vor sprachlichen
Barrieren. Die Rückmeldungen aus der Praxis sowie das Feedback der
Eltern – die über verschiedene Informationswege aktiv eingebunden
wurden – sprechen eine eindeutige Sprache:
– Gesteigerte Sprechfreude: Kinder, die sich zuvor im
Kindergartenalltag sprachlich zurückgezogen hatten, fordern
Kommunikation nun aktiv ein und begleiten ihr eigenes Tun auch
zunehmend sprachlich.
– Kompetenzgewinn in allen Sprachen: Die Pädagoginnen und Eltern
berichten übereinstimmend, dass sich die kindliche Sprachkompetenz
nicht nur im Deutschen, sondern auch in ihrer jeweiligen Erstsprache
gesteigert hat.
„Wir Kinderfreunde haben dieses innovative Sprachkonzept bislang
aus privaten Spendengeldern finanziert und zeigen damit, dass
nationale Fördermittel direkt an Trägerorganisationen mit erprobten
Konzepten vergeben werden müssen, um nachhaltige Wirkung für alle
Kinder zu entfalten“, betont Dr. Karin Steiner, fachliche Leitung für
EU-Projekte mit Schwerpunkt Sprachbildung.
Zwtl.: Neue Impulse für die pädagogische Praxis
Durch das offene Konzept der kollegialen Hospitation profitierten
auch die Fachkräfte in den Einrichtungen. Mit Beginn des neuen
Kindergartenjahres wird SPRINT ausgeweitet: Ein weiterer Kindergarten
der Wiener Kinderfreunde nimmt künftig am Projekt teil. „Unsere
Fachkräfte konnten die neuen Methoden praxisnah erlernen und gewinnen
damit wertvolle zusätzliche Kompetenzen für eine zukunftsweisende,
gesamtsprachliche Bildung. Die positiven Ergebnisse bestärken uns
darin, SPRINT weiterzuführen und moderne Sprachförderung im
Elementarbereich auf ein neues Niveau zu heben“, so Steiner.